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KI-gestützte Krebsforschung

Auftakt von AI4CancerCure.NRW

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© Land NRW​/​Marius Becker
Übergabe der Förderzusage für das Konsortium AI4CancerCure.NRW durch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst und NRW-Bildungsministerin Ina Brandes.
Zur Bekämpfung der Volkskrankheit Krebs stellt das Land 200 Millionen Euro aus dem „Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur“ für das neue standortübergreifende Forschungscluster AI4CancerCure.NRW bereit. Darin werden sieben nordrhein-westfälische Universitätsklinika und die TU Dortmund ihre Expertisen in Onkologie, Wirkstoffdesign und Künstlicher Intelligenz (KI) bündeln, um an der Entwicklung innovativer Krebstherapeutika sowie neuer Verfahren der Prävention und Früherkennung besser vernetzt zusammenzuarbeiten. Von der TU Dortmund sind Forschende aus den Bereichen KI und Wirkstoffforschung beteiligt.

Bei der Auftaktveranstaltung des Projekts am 4. September in Düsseldorf sagte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Nordrhein-Westfalen ist ein Hotspot der KI-gestützten Krebsforschung. Durch Spitzenforschung und innovative Therapien aus unserem Land können immer mehr Menschen geheilt werden. Mit dem Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur legen wir auch die Grundlage dafür, dass wir Innovation und Zukunftstechnologien noch mehr ausbauen können. Über zwei Milliarden Euro gehen direkt an die Hochschulen, die Hochschulmedizin und Forschung, damit dort noch effizienter an Lösungen für die Zukunft gearbeitet werden kann. Mit AI4Cancer-Cure.NRW schaffen wir ein großes landesweites Exzellenz-Netzwerk Krebsmedizin und führen die Krebsforschung noch enger mit Spitzen-KI-Forschung zusammen. Schritt für Schritt kommen wir so unserem Ziel näher, die Volkskrankheit Krebs zu besiegen.“

NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes ergänzte: „Mit AI4CancerCure.NRW schaffen wir einen sicheren Datenraum und verzahnen mit dem Einsatz von KI systematisch die Bereiche Krebsbiologie, datengetriebenes Wirkstoff-Design, Diagnostik mit Hilfe von Bildern und Daten und schnelle Entwicklung von Medizinprodukten. Das hat einen konkreten Nutzen für Patientinnen und Patienten. Krebs kann früher erkannt werden, präzise Verlaufsprognosen der Erkrankung werden möglich und personalisierte Therapien werden deutlich weniger Nebenwirkungen haben. Zudem werden Patientinnen und Patienten dauerhaft und strukturell in die Forschung eingebunden. Denn erfolgreiche Krebsforschung gelingt nur gemeinsam mit den Betroffenen.“

Neue Wirkstoffe und personalisierte Vorbeugung
Neue Medikamente und die konsequente Weiterentwicklung der Krebs-Prävention gehören zu den wichtigsten Herausforderungen der modernen Medizin. KI und datengetriebene Methoden können die Identifikation, Entwicklung und klinische Prüfung neuer Wirkstoffe deutlich beschleunigen und die personalisierte Vorbeugung und Früherkennung ermöglichen. Dafür wird AI4CancerCure.NRW die bereits vorhandene Expertise in Onkologie, Künstlicher Intelligenz, Wirkstoffentwicklung, Bildgebung, Datenwissenschaften und klinischer Forschung bündeln.

Bündelung wissenschaftlicher Exzellenz
AI4CancerCure.NRW vereint die komplementären Stärken der Universitätsklinika Aachen, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster sowie der TU Dortmund in einer gemeinsamen, standortübergreifenden Struktur. Damit verbunden ist ein gezielter struktureller Aus- und Aufbau für den Einsatz von KI in der Onkologie für eine KI-basierte Arzneimittelentwicklung und Krebsfrüherkennung an allen Standorten.

Forschende der TU Dortmund werden ihre Expertise in den Bereichen KI und Wirkstoffforschung einbringen und dabei insbesondere folgende Themenschwerpunkte bearbeiten: KI-gestützte Entwicklung und Optimierung von kleinen Molekülen als Wirkstoffvorläufer, deren chemisch-biologische Charakterisierung und Eigenschaftsvorhersage, Synthese und Prozessentwicklung einschließlich Laborautomatisierung. „Dank der engen Vernetzung innerhalb von AI4CancerCure.NRW wird es möglich sein, primäre klinische Daten direkt in das Wirkstoffdesign zu integrieren“, sagt TU-Projektkoordinator Prof. Stefan M. Kast von der Fakultät für Chemie und Chemische Biologie. Auf die TU Dortmund entfallen 25 Millionen Euro, die unter anderem für den Aufbau und die Erweiterung von Computer- und Labor-Infrastruktur genutzt werden.

Der universitätsmedizinische Standort Essen steht im Rahmen von AI4CancerCure.NRW vor allem für die Forschung, Entwicklung und Anwendung Künstlicher Intelligenz für die Früherkennung, Risikoprädiktion und Intervention bei Krebserkrankungen. Entsprechend werden die zur Verfügung stehenden Finanzmittel in Höhe von 32,5 Miollionen Euro in Essen in die Zusammenführung der onkologischen KI-Forschung in einem Forschungsgebäude, die Erweiterung des Rechenzentrums und des KI-Rechenclusters am Institut für Künstliche Intelligenz in der Medizin (IKIM) sowie in Forschungsgeräte für die Nuklearmedizin und Pathologie investiert.

Bei der Auftaktveranstaltung waren zahlreiche Wissenschaftler*innen und Vertreter*innen der beteiligten Standorte vor Ort, darunter auch Prof. Dr. Jan Buer, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen: „Gerade in Zeiten angespannter Finanzmittel ist diese Förderung ein starkes Bekenntnis zur Leistungsfähigkeit unseres Essener Standorts. Sie ermöglicht unseren Forschenden, an der Schnittstelle von Künstlicher Intelligenz und Krebsforschung wichtige Beiträge im Kampf gegen Krebs zu leisten.“