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Research Center Trustworthy Data Science and Security

Künstliche Intelligenz in der digitalen Forensik

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Portrait Rebekah Overdorf © RUB​/​Marquard
Das gemeinsame Projekt „Weiterentwicklung der Kombination von Künstlicher Intelligenz und Digitaler Forensik“ von Rebekah Overdorf, Professorin für Security and Trustworthiness of Online Information an der Fakultät für Informatik der Ruhr-Universität Bochum und dem Research Center Trustworthy Data Science and Security der Universitätsallianz Ruhr, und Frank Breitinger, Professor für Cybersecurity an der Universität Augsburg, untersucht den Einsatz von KI an Tatorten und in der Tatortanalyse. Ziel ist es, Ermittlungsprozesse zu beschleunigen und Synergien von KI und digitaler Forensik zu stärken. Das Projekt wird für vier Jahre von der DFG gefördert und startet im April 2026.

Neben klassischen Beweisen, wie physischen Spuren, sichergestellten Werkzeugen oder Zeugenaussagen, bekommen zunehmend auch digitale Beweismittel, wie Chatprotokolle, verschlüsselte Informationen oder Hinweise auf Cyberattacken, eine zentrale Bedeutung in Ermittlungsverfahren. Die Aufgabe der digitalen Forensik ist es, die Daten zu sichern, zu untersuchen und entsprechend aufzubereiten.
 

Teilprojekt A „Forensik zu KI“

Immer häufiger spielt auch KI an Tatorten eine Rolle, etwa bei Verkehrsunfällen mit autonomen Fahrzeugen. Für die Analyse solcher Tatorte fehlt jedoch bislang häufig das notwendige Fachwissen, um mögliche Manipulationen systematisch zu erkennen und die Lage zu bewerten. Ein Teilziel des Projektes ist es, die Forensik zu Tatorten mit KI-Bezug zu verbessern und den Ermittelnden Werkzeuge an die Hand zu geben, mögliche Manipulationen zu identifizieren und einzuordnen.
 

Teilprojekt B „KI für die Forensik“

Die steigende Komplexität der Fälle und die riesigen zu untersuchenden Datenmengen führen zu einem erheblichen Rückstau in den Ermittlungen. Während KI in anderen datenintensiven Bereichen bereits erfolgreich eingesetzt wird, ist KI in der digitalen Forensik noch nicht effektiv integriert. Aufgrund komplexer ethischer und rechtlicher Implikationen sind die genauen Anwendungsgebiete noch unklar. Im Rahmen des Projekts bewerten Rebekah Overdorf und Frank Breitinger die Integration von KI in die digitale Forensik und entwickeln Leitlinien für eine ethische und effektive Nutzung.

Das Projekt ist in mehrere Phasen unterteilt und umfasst die Datenanalyse, Entwicklung eines ethischen Rahmens, Erstellung von Algorithmen, Tests und Formulierung von Richtlinien. Dabei werden stets lokale Strafverfolgungsbehörden eingebunden, um die praktischen Auswirkungen der Theorien zu gewährleisten. So soll die digitale Forensik gestärkt, Ermittlungsprozesse beschleunigt und letztlich Ermittlungsrückstände abgebaut werden.

(Text: Charlotte Schab, Öffentlichkeitsarbeit, Fakultät für Informatik RUB)