Zum Inhalt
Research Center One Health Ruhr

BMFTR fördert Projekt zum Kampf gegen Krebs

-
in
  • Research Alliance Ruhr
  • UA Ruhr
© SK Elena​/​Adobe
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Wenn der Krebs rechtzeitig erkannt wird, sind die Heilungschancen gut.
Großer Grund zur Freude für Prof. Kathrin Thedieck vom Research Center One Health Ruhr: das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das Projekt „BALANCE-ET“. Den Förderbescheid übergab der Parlamentarische Staatssekretär Matthias Hauer bei einem Besuch des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) West. Von Februar 2026 bis Januar 2029 stehen für das Projekt insgesamt rund 1,8 Millionen Euro zur Verfügung. Davon entfallen auf die Forschung am Universitätsklinikum Essen knapp 553.000 Euro.

Eine von acht Frauen erkrankt in ihrem Leben an Brustkrebs, die meisten an Hormonrezeptor-positivem (HR+) Brustkrebs. Die Mehrzahl der Betroffenen überlebt ihre Erkrankung. Fast alle Patientinnen erhalten eine endokrine Therapie (ET). Sie ist besser verträglich als Chemotherapie, greift aber in den Hormonhaushalt ein und löst oft Wechseljahresbeschwerden sowie Fatigue, Ängste oder Depressionen aus. Diese schränken die Lebensqualität ein. Hinzu kommen psychische Belastungen durch die Sorge vor einem Wiederauftreten der Erkrankung. 

Aktuell gibt es in Deutschland etwa eine Million Langzeitüberlebende, die in den letzten 20 Jahren ET-Medikamente erhalten haben, mit den Langzeitfolgen der Erkrankung und Therapie. Mehr als 20.000 von ihnen erleiden jedes Jahr einen Rückfall. Deshalb sind neue Strategien nötig, um Rückfälle präziser vorherzusagen und Therapiekonzepte besser auf individuelle Bedürfnisse von Patientinnen anzupassen. So sollen Langzeit-Nebenwirkungen der ET-Medikamente frühzeitig diagnostiziert und Therapien auf die individuellen Risiken der Betroffenen zugeschnitten werden. 

Mit Systemonkologie zu besseren Vorhersagen und Therapien für Langzeitüberlebende 
BALANCE-ET wird Analysen molekularer Bestandteile von Flüssigbiopsien in großen, gut charakterisierten Gruppen von Betroffenen mit langen klinischen Nachbeobachtungszeiträumen durchführen. Die Patientinnen werden zu ihrer Lebensqualität und Langzeitnebenwirkungen befragt. Die daraus resultierenden komplexen Datensätze werden mit Hilfe systemmedizinischer Methoden analysiert, um präzise Vorhersagen über das Rückfallrisiko und das Auftreten unerwünschter Langzeit-Effekte abzuleiten. Zudem untersuchen die Forscherinnen und Forscher die molekularen Mechanismen hinter den Nebenwirkungen in präklinischen Modellen, um klinische Studien für individualisierte Therapiekonzepte vorzubereiten. So sollen die Art und Dauer der Behandlung künftig mithilfe molekularer Biomarker möglichst optimal auf das individuelle onkologische Risiko und die zu erwartenden Langzeitauswirkungen jeder Patientin abgestimmt werden. 

Interdisziplinäre Systemonkologie und Kooperation mit nationalen und internationalen Biobanken 
Die Projektkoordination von „BALANCE-ET“ liegt beim Uniklinikum Essen, wo Prof. Kathrin Thedieck das Konsortium federführend leitet. Als Projektpartner sind die Standorte Heidelberg (Prof. Christiane Opitz, Dr. Cindy Körner, DKFZ), Berlin (Dr. Saskia Trump, Berlin Institute of Health in der Charité), Dresden (Prof. Jan Dominik Kuhlmann) und Augsburg (Prof. Andreas Raue) sowie die medizinische Universität Innsbruck (MUI, Prof. Daniel Egle, Dr. Heidelinde Fiegl) als assoziierte Partnerin beteiligt. BALANCE-ET ist eine enge Kooperation von interdisziplinär Forschenden aus Tumorbiologie und -medizin, klinischer Epidemiologie, künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen mit den Brustkrebs-Überlebenden Nirma Schomeier (Geschäftsführerin aristocom.Skills), Dr. Anke Pregler (Psychoonkologin) und Dr. Cindy Körner (DKFZ), die aus Patientensicht beraten und BALANCE-ET bei der molekularen Forschung, Patientenkommunikation, Psychoonkologie und Translation in die klinische Praxis aktiv mitgestalten. 

Die assoziierte Partnerschaft der MUI ist ein wichtiger Baustein für BALANCE-ET, da die dortige Biobank aufgrund der in Österreich unterschiedlichen klinischen Praxis andere Probenkollektive als deutsche Biobanken beinhaltet. Im Zusammenspiel mit den deutschen Biobank-Standorten Dresden, Essen, Heidelberg, Berlin und Augsburg macht diese Partnerschaft den einzigartigen longitudinalen Forschungsansatz von BALANCE-ET erst möglich. 

Gemeinsam nahmen Prof. Dr. Kathrin Thedieck und die BALANCE-ET-Partner Prof. Opitz und Dr. Körner, Dr. Trump, Prof. Raue, Dr. Pregler und Nirma Schomeier den Förderbescheid von Matthias Hauer entgegen. Besonders freute sich auch Prof. Dr. Bernd Sures als Direktor des Research Center One Health Ruhr über die Förderung durch das BMFTR. 


Über das Research Center One Health Ruhr
Das Research Center One Health Ruhr vernetzt mehrere Fakultäten innerhalb der Universitätsallianz Ruhr mit dem Ziel, Spitzenforschung zum Thema Gesundheit an der Schnittstelle von Umwelt und Mensch strategisch weiterzuentwickeln und auf höchstem internationalem Niveau sichtbar zu machen.


Weitere Informationen
Professorin Thedieck berichtet auf der Internetseite der Nationalen Dekade gegen Krebs in einem ausführlichen Interview zu BALANCE-ET, zu finden unter http://www.gesundheitsforschung-bmftr.de/de/brustkrebs-forschung-fuer-mehr-lebensqualitaet-bei-langzeitueberlebenden-19354.php