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Research Center Trustworthy Data Science and Security

Wie verändern soziale Medien politische Debatten?

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Ein Foto, das Landtagsgebäude des Landtags NRW in Düsseldorf zeigt. © janvier​/​AdobeStock
Im NRW-Landtag sprach Nicole Krämer, Direktorin des Research Center Trustworthy Data Science and Security, darüber, wie soziale Medien politischen Diskurs und demokratische Prozesse beeinflussen.

Am 26. Januar 2026 sprach Professorin Nicole Krämer im Landtag Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Im Rahmen einer Sitzung der CDU-Landtagsfraktion stellte sie ihre Forschungsergebnisse in einem Vortrag mit dem Titel „Die Auswirkungen sozialer Medien auf den politischen Diskurs“ vor. Im Mittelpunkt stand eine der drängendsten gesellschaftlichen Fragen unserer Zeit: wie digitale Plattformen politische Meinungsbildung, öffentliche Debatten und demokratische Teilhabe prägen.

Forschung wichtig für politischen Diskurs
In ihrem Vortrag griff Krämer auf umfangreiche Forschung aus der Medienpsychologie und Kommunikationswissenschaft zurück, um zu erläutern, warum soziale Medien heute eine zentrale Arena politischen Diskurses darstellen. Zwar ermöglichen Plattformen einen niedrigschwelligen Zugang zu politischen Informationen, den Austausch über geografische Grenzen hinweg und neue Formen gesellschaftlicher Mobilisierung. Gleichzeitig verstärken sie jedoch Risiken wie Polarisierung, Echokammern und die rasche Verbreitung von Desinformation. Diese Dynamiken, so Krämer, seien nicht allein technisch bedingt, sondern tief in menschlichen Wahrnehmungs- und Entscheidungsprozessen verankert.

Besonderes Augenmerk legte sie auf die Rolle kognitiver Verzerrungen, emotionaler Ansprache und sozialer Bestätigung. Menschen neigten dazu, Inhalte stärker wahrzunehmen und weiterzuverbreiten, wenn diese mit bestehenden Überzeugungen übereinstimmen, während widersprechende Informationen häufig ausgeblendet oder zurückgewiesen werden. Algorithmen können diese Tendenzen verstärken, indem sie bevorzugt vertraute Perspektiven anzeigen – mit der Folge fragmentierter Öffentlichkeiten und verfestigter politischer Positionen.

Einfluss von Desinformation auf politische Kommunikation
Ein weiterer Schwerpunkt des Vortrags war die Bedeutung von Desinformation in der politischen Kommunikation. Krämer erläuterte, warum falsche oder irreführende Informationen auch dann fortwirken können, wenn sie später korrigiert werden, und weshalb emotional aufgeladene Inhalte sich schneller und weiter verbreiten als sachliche Berichterstattung. Gerade im Kontext von Wahlen und politischen Entscheidungsprozessen stellen diese Mechanismen eine erhebliche Herausforderung für demokratische Gesellschaften dar.

Die Diskussion im NRW-Landtag machte deutlich, wie wichtig wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse für politische Akteurinnen und Akteure sind. Ein vertieftes Verständnis der Wirkungsweisen sozialer Medien ist eine zentrale Voraussetzung, um tragfähige Strategien für politische Kommunikation, Regulierung und politische Bildung zu entwickeln.

RC Trust als Impulsgeber
Indem wissenschaftliche Expertise direkt in parlamentarische Debatten eingebracht wird, zeigt sich, wie Forschung am Research Center Trustworthy Data Science and Security (RC Trust) zur Einordnung realer gesellschaftlicher Herausforderungen beiträgt. Das Engagement von Nicole Krämer in Düsseldorf verdeutlicht den wachsenden Bedarf an interdisziplinärer Forschung an der Schnittstelle von Psychologie, digitalen Technologien und Demokratie – und positioniert RC Trust als wichtigen Impulsgeber für einen informierten politischen Diskurs in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus.