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Mehr als 80 Promovierende der Volkswirtschaftslehre aus 12 Ländern trafen sich für die diesjährige 12. RGS Doctoral Conference in Economics am 19. und 20. Februar im Veranstaltungszentrum der Ruhr-Universität Bochum, um ihre aktuellen Forschungsarbeiten zu präsentieren und diskutieren.

Das Themenspektrum der Vorträge reichte von der evidenzbasierten Evaluation wirtschaftspolitischer Maßnahmen, wie z.B. der Beurteilung der Wirkung einer Zuckerbesteuerung auf das Konsumverhalten, zu makroökonomischen Fragestellungen, wie z.B. dem Zusammenhang zwischen strukturellem Wandel und der Entwicklung der Erwerbsbeteiligung von Männern und Frauen.

Flankiert wurde die Konferenz von der Keynote Speech „Income Risk, Financial Frictions, and Aggregate Fluctuations“ von Professor Christian Bayer, Lehrstuhlinhaber am Institut für Makroökonomik und Ökonometrie an der Universität Bonn. Der Vortrag diskutierte aktuelle Fortschritte, die in der Modellierung von Ökonomien mit imperfekten Finanzmärkten, nominalen Friktionen und sowohl gesamtwirtschaftlichen als auch idiosynkratischen Risiken gemacht wurden. Im Blickfeld standen dabei technische Aspekte der Modellierung und Lösungsverfahren sowie die ökonomischen Auswirkungen, die sich aus der Nachfrage nach Vermögenswerten unter Berücksichtigung finanzmarktbezogener Friktionen ergeben. Um die Vernetzung unter den Nachwuchswissenschaftler/-innen zu fördern, fanden zudem eine Führung des Deutschen Bergbaumuseums und ein gemeinsames Abendessen statt.


Professor Christoph Hanck schloss die Konferenz mit der Verleihung des mit 500 € dotierten Best Paper Award an Jonas Löbbing (Universität zu Köln), für den Beitrag „An Elementary Theory of Directed Technical Change and Wage Inequality“. Darin erweitert Herr Löbbing eine bestehende Theorie endogenen technischen Fortschritts, um die Mechanismen der Automatisierung und Digitalisierung sowie deren Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt analysieren zu können. Herr Hanck betonte, dass die Auswahl eines „Best Papers“ angesichts der hohen Qualität der diesjährigen Konferenzeinreichungen und -beiträge kein einfaches Unterfangen war.

Seit 2008 veranstaltet RGS Econ jährlich eine ausgeschriebene, referierte Konferenz, die abwechselnd an den Standorten der Universitätsallianz Ruhr (Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen) stattfindet. Sie richtet sich an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zu allen Themen der Volkswirtschaftslehre und hat sich als eine der erfolgreichsten Konferenzen dieser Art im Europäischen Raum etabliert. Die RGS Econ ist bestrebt, angesichts des Erfolges der Konferenz das Format auszuweiten und verstärkt international zu bewerben.

Info:
Die Ruhr Graduate School in Economics (RGS Econ), eine Kooperation zwischen den wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten der UA Ruhr und dem RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung, bietet seit 2004 eine international wettbewerbsfähige, strukturierte Doktorandenausbildung in der Volkswirtschaftslehre an.

 

Bildnachweis: Sven Lorenz

Ohne klinische Forschung bleibt der medizinische Fortschritt auf der Strecke: Wissenschaftliche Innovationen können nicht in den Alltag überführt werden. Doch der wissenschaftlich aktive Ärztenachwuchs sinkt dramatisch. Deshalb rufen die Medizinischen Fakultäten der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und der Universität Duisburg-Essen (UDE) zum 1. März das Promotionskolleg RIMUR (Regulatorische Immunmechanismen Promotionskolleg an der Universitätsallianz Ruhr) ins Leben. Das Mercur Research Center Ruhr (MERCUR) fördert das Programm über drei Jahre mit rund einer halben Million Euro.

Prof. Nina Babel (RUB): „Mit RIMUR ermöglichen wir forschungsbegeisterten jungen Ärzten eine qualitativ hochwertige, experimentelle Promotion auch nach Abschluss des Studiums. Wir nennen diese Doktoranden in Zukunft ‚Clinician Doctorands‘.“ Prof. Oliver Witzke (UDE) ergänzt: „Wer in das Programm aufgenommen wird, legt den Grundstein für eine wissenschaftliche Karriere als Arzt.“ Bundesweit ist dies etwas Besonderes: Bisher gibt es hierzulande keine Programme, die auch nicht-promovierte Ärzte auf die besondere Rolle als klinischer Arzt und Wissenschaftler vorbereiten.

Regulatorische Immunmechanismen
Thematisch geht es in RIMUR um regulatorische Immunmechanismen. Diese Ausrichtung liegt auf der Hand: In der Immunologie/Infektiologie haben beide Universitäten eine starke und langjährige Expertise. Infektionserkrankungen, Autoimmunkrankheiten und Transplantationsmedizin gehören zu den Schwerpunkten beider Universitätskliniken; ihr internationales Renommee ist beachtlich.

„Das Besondere an RIMUR ist, dass insgesamt sechs Promovenden von jeweils einem Grundlagenforscher und einem klinischen Mentor aus Bochum und Essen betreut werden“, so die Professoren Timm Westhoff (RUB) und Ulf Dittmer (UDE), die das erste Betreuungstandem für einen gemeinsamen Clinician Doctorand bilden. Außerdem wechseln sie zwischen den Standorten und können so die dort vorhandenen Geräteparks und Expertise nutzen sowie die wissenschaftliche Vernetzung vertiefen. Damit sie ausreichend Zeit für ihr Forschungsthema haben, werden sie von ihrem ärztlichen Dienst freigestellt.


Das Promotionskolleg wird in das vorhandene Netz der Graduiertenschulen an der UDE und der RUB eingebunden: der Graduate School of Biomedical Science (BIOME), der RUB Research School und der International Graduate School Neuroscience (IGNS).

Über das Mercator Research Center Ruhr:
Das 2010 gegründete Mercator Research Center Ruhr (MERCUR) fördert die Kooperation zwischen der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen Universität Dortmund und der Universität Duisburg-Essen, die seit 2007 in der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) verbunden sind. Mit seinen Programmlinien unterstützt MERCUR Wissenschaftler/innen, Institute, Fakultäten und die Verwaltungen der drei Hochschulen dabei, sich universitätsübergreifend insbesondere in der Forschung, aber auch in der Lehre und im Hochschulmanagement zu vernetzen.


Weitere Informationen:
https://www.mercur-research.de/projekte/regulatorische-immunmechanismen-promotionskolleg-der-universitaetsallianz-ruhr-rimur-2/

Prof. Dr. Nina Babel, Leiterin des Centrums für Translationale Medizin mit Schwerpunkt Immunologie und Transplantation im Marienhospital Herne, Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, nina.babel@elisabethgruppe.de

Prof. Dr. Oliver Witzke, Direktor der Klinik für Infektiologie am Universitätsklinikum Essen, oliver.witzke@uk-essen.de


Motorbrummen, Musik aus dem Café, Vogelgezwitscher, Gesprächsfetzen – jede Stadt hat ihren eigenen Klang. Wie diese Geräuschkulisse („Soundscapes“) unabhängig vom Lärmpegel die Gesundheit der Städter beeinflusst, wollen Gesundheitswissenschaftlerinnen und Epidemiologinnen der UDE mit Raumplanern der TU Dortmund am Beispiel von Bochum analysieren.

Ob Bahn, Flugzeug oder Auto: motorisierter Straßenverkehr gilt als Lärmquelle und kann nachgewiesenermaßen zu einem erhöhten Schlaganfall- oder Herzinfarktrisiko führen. Doch wie wirken sich andere Geräusch- und Klangquellen auf die Gesundheit aus? Zu Soundscapes, zusammengesetzt aus den englischen Worten sound (Geräusch) und landscape (Landschaft), zählen alle hörbaren natürlichen und menschengemachten Klänge in einer räumlich begrenzten Umgebung.

„Bisher werden sie neben der traditionellen Lärmforschung wenig beachtet, dabei liefern sie uns wichtige Erkenntnisse, wie wir in Zukunft Städte gesundheitsförderlich planen und entwickeln können“, so Prof. Dr. Dietwald Gruehn von der Fakultät Raumplanung der TU Dortmund. „Um aufdecken zu können, wie unterschiedliche Klänge in Abhängigkeit von der städtebaulichen Struktur wahrgenommen werden, werden ab Frühherbst auch Anwohner befragt. Interessierte können sich schon jetzt bei uns melden“.


Doch wie bringt das Forschungsteam Soundscapes und Gesundheit erstmals zusammen? Ab März wird ein Jahr lang das gesamte Frequenzspektrum an verschiedenen Orten in Bochum gemessen. Außerdem befragen sie die Anwohner, wie sie bestimmte Geräusche wahrnehmen. „Wir konzentrieren uns auf verschiedene Stadtteile, von denen wir mit der Heinz Nixdorf Recall Studie seit über 15 Jahren umfängliche Gesundheits- und Sozialdaten und städtische Risikofaktoren erfasst haben“, erklärt Biologin und Epidemiologin Prof. Dr. Susanne Moebus.

Die Kooperation zwischen der UDE und der TU Dortmund wird mit 200.000 Euro vom Mercator Research Center Ruhr (MERCUR) bis Herbst 2020 gefördert. Die Pilotstudie soll erste Ergebnisse erzielen um ein neues Forschungsfeld „Healthy Urban Soundscapes“ im Kompetenzfeld Metropolenforschung (KoMet) der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) zu etablieren.

Über das Mercator Research Center Ruhr:
Das 2010 gegründete Mercator Research Center Ruhr (MERCUR) fördert die Kooperation zwischen der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen Universität Dortmund und der Universität Duisburg-Essen, die seit 2007 in der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) verbunden sind. Mit seinen Programmlinien unterstützt MERCUR Wissenschaftler/innen, Institute, Fakultäten und die Verwaltungen der drei Hochschulen dabei, sich universitätsübergreifend insbesondere in der Forschung, aber auch in der Lehre und im Hochschulmanagement zu vernetzen. Darüber hinaus initiiert MERCUR in der Region Projekte, mit denen es die Rahmenbedingungen für die Wissenschaft im Ruhrgebiet verbessern und deren Austausch mit Wirtschaft und Politik vorantreiben will.


Weitere Informationen:
https://www.mercur-research.de/projekte/akustische-qualitaet-und-gesundheit-in-urbanen-raeumen-analyse-der-zusammenhaenge-zwischen-soundscapes-und-gesundheit/
Prof. Dr. Susanne Moebus, Zentrum für Urbane Epidemiologie, Tel. 0201/922 39- 230, susanne.moebus@uk-essen.de
Prof. Dr. Dietwald Gruehn, Landschaftsökologie und Landschaftsplanung TU Dortmund, Tel. 0231/755-2285, dietwald.gruehn@tu-dortmund.de

Bildnachweis: pixabay

Brasilien ist das Ziel einer UDE-Arbeitsgruppe aus der Anorganischen Chemie. Mit Unterstützung des UA Ruhr-Verbindungsbüros Lateinamerika treffen sie sich Ende Februar mit Kollegen an der Universität in São Paulo (USP). Eines ihrer Vorhaben ist, die biomedizinischen Anwendungsmöglichkeiten metallischer Nanopartikel zu untersuchen.

Prof. Matthias Epple und Dr. Oleg Prymak pflegen bereits seit Jahren enge Arbeitskontakte zu Prof. Cristiano Luiz Pinto de Oliveira an der USP. Ihre zukunftsweisenden Projekte werden von deutschen und brasilianischen Fördereinrichtungen finanziert, so auch der aktuelle Workshop „Materials science addressed with modern analytical and theoretical methods“. Dazu werden auch Teilnehmer aus Argentinien und Uruguay erwartet. Geplant ist zudem eine dreitägige Summer School über „Metallic Nanoparticles: synthesis, characterization and applications“.


Die Brasilienreise der UDE-Delegation dient auch dazu, die Arbeitskontakte an der Bundesuniversität UFABC zu vertiefen, dem strategischen Partner der UA Ruhr vor Ort. Prof. Epple und Dr. Prymak entwickeln mit ihren Partnern, Prof. Iseli Lourenço Nantes und Prof. Fabio Furlan Ferreira, gemeinsame Projekte in den Bionanowissenschaften, und sie wirken auch am Deutschland-Tag der UFABC mit.

Weitere Informationen:
Anorganische Chemie, Prof. Dr. Matthias Epple, Tel. 0201/18 3-2413, matthias.epple@uni-due.de, Dr. Oleg Prymak, Tel. 0201/18 3-2401, oleg.prymak@uni-due.de

Die 5. Kohorte der Global Young Faculty zeichnet sich dadurch aus, dass zum ersten Mal Nachwuchswissenschaftler/-innen der Universitätsallianz Ruhr mit Nachwuchskräften aus der Wirtschaft aufeinandertreffen, um in interdisziplinären Teams gesellschaftsrelevante Fragen zu beantworten. In dem aktuellen Jahrgang geht es stets darum, Dinge zu verbessern, sei es das Leben in einem bestimmten Stadtviertel oder die Zukunft der Erde.

Eine der fünf Arbeitsgruppen beschäftigte sich während der letzten Monate mit der Frage, was Würde ist und wie Räume dazu beitragen können, Menschenwürde zu bewahren. In ihrer Betrachtung fokussiert sich die Gruppe „Spaces of dignity“ auf zwei Arten von Räumen: Öffentliche Räume (z.B. Wohnviertel) und Hospize als Räume in der letzten Lebensphase.

„Würde ist die Möglichkeit zu werden“ – ein zentraler Satz aus der Abschlussveranstaltung „Raum und Würde“ am 1. und 2. Februar 2019 in Dortmund. Die Arbeitsgruppe Spaces of Dignity hat mit elf Referentinnen und Referenten, Schülerinnen und Schülern der Dortmunder Schule am Hafen und weiteren Gästen über Würde öffentlicher und privater Räume und ihre Arbeitsergebnisse diskutiert. Die Veranstaltung hat zu produktiven Konfrontationen geführt und zum eigenen Nachdenken angeregt: Lebendige Lebensumfelder in der Dortmunder Nordstadt mit heterogenen persönlichen und kulturellen Ansprüchen auf engstem Raum und letzte Lebensräume und Hospizarbeit mit Ansprüchen an würdevolle Abschieds- und Sterbeorte. Diese Konfrontation führte zum Nachdenken, zum Abarbeiten innerer Konflikte in den Köpfen der Anwesenden und zur Reflexion darüber, wie wir uns die Räume wünschen, die uns in den verschiedenen Phasen des Lebens umgeben, und sie gestalten können.

Die Begrüßung durch Ludwig Jörder (Bezirksbürgermeister Innenstadt-Nord) und Gunter Friedrich (MERCUR) hat unmittelbar vor Augen geführt, wie im Hinblick auf die Dortmunder Nordstadt Selbst- und Fremdwahrnehmung auseinandergehen. Einer Vielfalt von Lebensmöglichkeiten und lebendigen Räumen steht eine negative überregionale Berichterstattung mitunter unversöhnlich gegenüber. Die Gestaltung von Räumen, von Gunter Friedrich dargestellt am Beispiel sowjetischer Großwohnsiedlungen, kann sehr direkten Einfluss auf dort lebende Menschen und ihre Möglichkeiten nehmen.

Zum inhaltlichen Einstieg hat Prof. Dr. Benjamin Davy (TU Dortmund) mit seinem Vortrag „Würde ist der Konjunktiv von Werden“ alle Gäste auf eine Reise durch die Geschichte des Deutschen Grundgesetzes bis zu menschenunwürdigen Lebensbedingungen in Blikkiesdorp in Südafrika mitgenommen. Sein Fazit umgrenzt Menschenwürde als die Möglichkeit zur Selbstdarstellung, in der individualistische, egalitäre, hierarchische und fatalistische Aspekte miteinander in ein angemessenes Verhältnis gesetzt werden müssen. Würde sollte allen Menschen die Möglichkeit bieten zu werden und autonome Entscheidungen zu verfolgen. Wir brauchen dazu geeignete Möglichkeitsräume, in denen wir alle werden können und Selbstbestimmtheit in allen Momenten erhalten.

Mit lebendigen Lebensumfeldern in der Dortmunder Nordstadt haben sich Jan-Hendrik Kamlage (KWI Essen), Andreas Koch (GrünBau), Alex Völkel (Nordstadtblogger), Jonas-Erik Schmidt (dpa Deutsche Presse-Agentur) sowie Schülerinnen und Schüler der Schule am Hafen beschäftigt. Würdevolle Gestaltung bedeutet, in dialogorientierter Beteiligung alle Menschen individuell in den Mittelpunkt zu stellen und gemeinschaftliche Willensbildung zu fördern. Selbstgestaltung, Selbstermächtigung, Identifikation und Inklusion aller Menschen in Planungsprozesse sollten dazu laut Jan-Hendrik Kamlage zur Norm werden. Andreas Koch hat konkrete Erfahrungen in der Sanierung von Schrottimmobilien, in der Förderung von Langzeitarbeitslosen und mit Blick auf Anforderungen an würdevolle Wohnbedingungen eingebracht. Im Podium haben Alex Völkel und Jonas-Erik Schmidt mit allen Gästen darüber nachgedacht, was verantwortungsvoller Journalismus heute bedeutet.

Die Abgrenzung zwischen realer Berichterstattung zur Verfestigung von Klischees durch ‚Lückenpresse‘ ist an den Beispielen des Kölner Ebertplatzes und der Dortmunder Nordstadt teilweise fließend. Dabei sprühen gerade diese sogenannten Problemräume auch von engagierten Menschen und Ideen. Das gilt insbesondere für junge Menschen, und so hat die 10. Klasse der Schule am Hafen in Dortmund am Samstag für ihre Arbeiten zu lebenswerten und würdevollen Lebensräumen einen Scheck von 500 Euro überreicht bekommen. Unter der Anleitung von Lehrerin Nadine Brieden haben sie gebastelt, geschrieben und gestaltet. Das Preisgeld möchten sie in eine Abschlussfeier ihrer Klasse investieren. In einem Spaziergang mit Heike Regener (meineHeimat.ruhr) konnten sich die Veranstaltungsgäste davon überzeugen, wie abwechslungs- und möglichkeitsreich die Nordstadt selbst bei Schneeregen ist.

In Podiumsdiskussionen und Vorträgen haben Gerold Eppler (Museum für Sepulkralkultur, Kassel), Armin Nedden und Janina Monka (beide Bethel.regional) sowie Thorsten Haase (Forum Dunkelbunt e.V., Dortmund) Hospize in ihren Möglichkeiten beleuchtet. Der Bogen reichte zurück bis in den Paradigmenwechsel um 1800 und der Industrialisierung, mit der das Sterben zunehmend institutionalisiert wurde und sich aus den Alltagserfahrungen von Menschen entfernt hat. Unter dem Titel „Sterben ist ein Teil des Lebens“ hat Thorsten Haase sehr lebendig aus seinen Erfahrungen in der ambulanten Kinderhospizarbeit und dem Verein Forum Dunkelbunt berichtet. Über den Tod zu sprechen ist eine Hürde, die erst überwunden werden muss – beispielsweise auch auf gemeinsamen Abenden und Friedhofsspaziergängen.

Armin Nedden und Janina Monka haben zunächst die räumliche Gestaltung in den Fokus genommen. Viel wurde während der Umbauarbeiten des Hospizes Am Ostpark in Dortmund neu geschaffen oder grundlegend neugestaltet: beispielsweise ein Wintergarten, neue eigene Badezimmer, größere Räume, Fensterfronten mit großen und kleinen Fenstern, dezente Möbel und zurücktretende technische Einrichtungen. Beide haben diese Perspektive eng verknüpft mit der Würde von Gästen, Angehörigen, Pflegepersonal und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Würde kann auch in sehr kleinen Möglichkeiten des Selbst-Werdens liegen und zeigt sich auch an einer veränderbaren Möglichkeit, Distanz zwischen Innen und Außen zu bringen. Dazu gehören viel Licht einerseits, aber auch klare Rückzugs- und Beobachtungsmöglichkeiten im Geschützten. Raum und Menschen müssen eng zusammen gedacht werden: ein Hospiz wird erst durch die Menschen und ihre Haltung zu einem Ort des würdevollen Lebens.

 

Bildnachweis: Simon Bierwald/ / Indeed Photography

Über die Global Young Faculty:
In der Global Young Faculty (GYF) treffen sich herausragende Nachwuchswissenschaftler/-innen der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr), um in interdisziplinären Arbeitsgruppen Themen von gemeinsamem Interesse zu bearbeiten. Das Netzwerk ist eine Initiative der Stiftung Mercator in Zusammenarbeit mit der UA Ruhr und wird vom Mercator Research Center Ruhr (MERCUR) in Essen koordiniert.
In der GYF V vernetzen sich die Nachwuchswissenschaftler/-innen erstmals auch mit jungen Vertreter/innen aus der Wirtschaft. Diese Kooperation wird vom Initiativkreis Ruhr unterstützt.