News

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen in der Universitätsallianz Ruhr.

UA Ruhr News Center

Wie verändert sich die Hirnstruktur, wenn sich das Gehirn nach einem Schlaganfall wieder regeneriert? Das konnten Wissenschaftler der Universitätsallianz Ruhr mithilfe neuartiger Mikoskopietechnik erstmals detailliert beschreiben. Ihre Erkenntnisse hat das renommierte Journal Matrix Biology veröffentlicht.

Das menschliche Gehirn besteht zu einem großen Teil aus Nervenzellen. In ihrer unmittelbaren Umgebung formen sich Netze, die die Nervenzellen eng umschließen. Diese perineuronalen Netze sind wichtig bei der Entwicklung des Gehirns und vermutlich auch bei der Reorganisation des Nervensystems nach einem Schlaganfall.

Wie sich die Netze dabei genau verändern, ließ sich bislang mit üblichen mikroskopischen Methoden nicht nachweisen. Forscher aus Essen und Bochum konnten die Veränderungen nun mit einer innovativen Methode, der superauflösenden Structured Illumination Mikroskopie (SR-SIM), erstmals sichtbar machen. Dabei kombinierten sie die SR-SIM mit mathematischen Analysemethoden, wodurch sie die Molekülstrukturen des Schlaganfallgehirns rekonstruieren konnten.


Das Team um Prof. Dr. Dirk M. Hermann vom Lehrstuhl für vaskuläre Neurologie, Demenz und Altersforschung der Klinik für Neurologie des Universitätsklinikums Essen (UK Essen) hatte bereits vermutet, dass sich die perineuralen Netze öffnen müssen, damit sich das Gehirn nach einem Schlaganfall erholen kann.

„Tatsächlich konnten wir zeigen, dass sich die Ultrastruktur bereits nach einer sehr milden Durchblutungsstörung durchgreifend verändert“, so Prof. Hermann. „Das Netz wird zunächst deutlich aufgelockert. Das ermöglicht dann eine Art neuronale Neuverkabelung“, sagt Erstautor Dr. Egor Dzyubenko. Er hatte die Arbeiten bei Prof. Dr. Andreas Faissner am Bochumer Lehrstuhl für Zellmorphologie und Molekulare Neurobiologie begonnen und führte sie später in Essen fort. „Die Ergebnisse ermöglichen neue Einsichten in die zellulären Vorgänge nach Hirninfarkten“, erklärt Prof. Faissner. „Langfristig erhoffen wir uns hiervon neuartige Schlaganfallmedikamente“, so Prof. Hermann.

Weitere Informationen:

Universität Duisburg-Essen / Universitätsklinikum Essen:
Prof. Dr. Dirk M. Hermann, Lehrstuhl für vaskuläre Neurologie, Demenz und Altersforschung,
Tel. 0201/723-2180
dirk.hermann@uk-essen.de

Ruhr-Universität Bochum:
Prof. Dr. Andreas Faissner, Lehrstuhl für Zellmorphologie und Molekulare Neurobiologie
Tel., 0234 - 32 – 28851
andreas.faissner@ruhr-uni-bochum.de


Bildnachweis: freerangestock.com

MERCUR fördert mit rund 200.000 Euro Studie über den Zusammenhang von Soundscapes und Gesundheit in der Metropole Ruhr

Die Geräuschkulisse urbaner Räume ist seit Jahren ein Thema der Stadtentwick-lung. Im Kontext der Gesundheitsforschung wurde sie allerdings bisher auf den Risikofaktor Lärm beschränkt. Klanglandschaften (Soundscapes) umfassen dagegen die Gesamtheit aller hörbaren Klänge, wie beispielsweise natürliche, menschliche, technische und musikalische Klänge, in einer räumlich begrenzten Umgebung. In dem von MERCUR geförderten Projekt analysieren Forschende der Uni-versitätsallianz Ruhr die Zusammenhänge zwischen Soundscapes und Gesundheit im Ruhrgebiet. Beteiligt sind Wissenschaftler/-innen des Zentrums für urbane Epidemiologie des Uniklinikums Essen und der Fakultät für Raumplanung an der Technischen Universität Dortmund.

Lärmbelästigung ist als Gesundheitsrisiko ein weltweit anerkanntes Problem und spielt insbesondere in urbanen Räumen eine große Rolle. So gelten der motorisierte Straßen-, Schienen- und Luftverkehr als bedeutendste Lärmquellen. Die gesundheitlichen Auswirkungen, wie ein erhöhtes Schlaganfall- oder Herzinfarktrisiko sind Gegenstand vieler Studien. Deutlich weniger Studien befassen sich allerdings mit den Auswirkungen weiterer Geräusch- oder Klangquellen. Ein besseres Verständnis dafür, wie Soundscapes die Gesundheit beeinflussen, bietet jedoch eine wichtige Perspektivänderung im Vergleich zur traditionellen Lärmforschung und ist für die zukünftige Planung von urbanen, gesundheitsförderli-chen Lebensräumen zentral.

Hier setzt die Studie der UA Ruhr-Forscher/-innen an: Ziel ist es, die urbane Geräuschkulisse zu typisieren und den Zusammenhang dieser verschiedenen Soundscapes auf die Gesundheit zu analysieren.


Die Forscher/innen planen, einen der größten multi-saisonalen urbanen Soundscapes Datensätze aufzubauen. Dazu werden unterschiedliche Erhebungs- und Analyseverfahren eingesetzt. Die Ergebnisse werden dann mit den Daten der bevölkerungsbezogenen Heinz Nixdorf Recall (HNR) Studie zusammengeführt, die in einer Langzeituntersuchung die Gesundheit von Menschen im Ruhrgebiet sowie städtische Risikofaktoren erfasst.

„Wir planen umfangreiche zeit-, und raumbezogene Schallmessungen durchzuführen und zu kategorisieren. Zudem werden Probanden zu ihren Präferenzen von Soundscapes befragt. Untersuchungsgebiete sind Stadteile von Bochum, da für diese Teilräume vielfältige Gesundheits- und Sozialdaten aus der HNR Studie vorliegen“, so Prof. Dr. Susanne Moebus, Leiterin des Zentrums für urbane Epidemiologie am Universitätsklinikum Essen.

„Durch die interdisziplinäre Forschung der komplexen Zusammenhänge gesundheitsbezogener Einflüsse einer Metropolregion werden zahlreiche neue Ergebnisse gewonnen, die zur Gesamtentwicklung von Stadt und Gesundheit nachhaltig beitragen“, sagt Prof. Dr. Dietwald Gruehn, Fakultät für Raumplanung an der Technischen Universität Dortmund.

Die Förderung des Projektes trägt in großem Umfang zur Etablierung des anvisierten  For-schungsbereiches „Healthy Urban Soundcapes“ bei, der das interdisziplinäre Kompetenzfeld „Metropolenforschung“ der Universitätsallianz Ruhr stärken wird.


Zu MERCUR:
Das 2010 gegründete Mercator Research Center Ruhr (MERCUR) fördert die Kooperation zwischen der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen Universität Dortmund und der Universität Duisburg-Essen, die seit 2007 in der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) verbunden sind. Mit seinen Programmlinien unterstützt MERCUR Wissenschaftler/innen, Institute, Fakultäten und die Verwaltungen der drei Hochschulen dabei, sich universitätsübergreifend insbesondere in der Forschung, aber auch in der Lehre und im Hochschulmanagement zu vernetzen. Darüber hinaus initiiert MERCUR in der Region Projekte, mit denen es die Rahmenbedingungen für die Wissenschaft im Ruhrgebiet verbessern und deren Austausch mit Wirtschaft und Politik vorantreiben will.

Weitere Informationen:
Isabell Hilpert
Kommunikationsmanagerin
Mercator Research Center Ruhr
Tel.: +49 (0) 201 616 965 11
E-Mail: isabell.hilpert@mercur-research.de
www.mercur-research.de

Wasser und Energie effizient nutzen – daran arbeiten Promovierende der Universitätsallianz Ruhr seit 2014 in zwei NRW-Forschungskollegs. Diese Programme werden jetzt fortgeführt: Ab 2019 erhalten die Kollegs für weitere dreieinhalb Jahre jeweils 2,2 Millionen Euro. Das hat das Wissenschaftsministerium des Landes gerade bekanntgegeben.

Um die großen Herausforderungen unserer Zeit zu meistern, werden fächerübergreifend Lösungen gesucht. Die NRW-Forschungskollegs verknüpfen daher gezielt Ingenieur- und Naturwissenschaften mit Geistes- und Gesellschaftswissenschaften.

Sechs der insgesamt zwölf NRW-Forschungskollegs hat eine Gutachterjury evaluiert und zur weiteren Förderung empfohlen – darunter auch die beiden Kollegs, an denen die UA Ruhr-Universitäten beteiligt sind:

„Future Water – Globale Wasserforschung in der Metropole Ruhr“ wird vom UDE-Zentrum für Wasser- und Umweltforschung (ZWU) koordiniert. Promovierende der Universität Duisburg-Essen und der Ruhr-Universität Bochum forschen zu Themen wie Abwasserentsorgung, Gewässerrenaturierung oder genaueren Testverfahren zur Bestimmung von Krankheitserregern. Die Promovierenden werden standortübergreifend betreut. Zusätzlich gibt es für jede Doktorarbeit einen Praxismentor, beispielsweise von der Emschergenossenschaft oder vom Ruhrverband. In der zweiten Förderphase soll ein thematischer Schwerpunkt auf dem Regenwassermanagement liegen.



Am Forschungskolleg „Energieeffizienz im Quartier“ beteiligen sich unter der Leitung der TU Dortmund ebenfalls die UDE und die RUB. Bei der Frage der Energieeffizienz standen lange Zeit Einzelgebäude im Fokus. Aber auch auf der Quartiersebene werden große Potenziale für energetische und wirtschaftliche Einsparmöglichkeiten gesehen – etwa durch die gemeinsame Nutzung von Heizanlagen oder durch abgestimmte Sanierungsmaßnahmen. Die Promovierenden gehen u.a. am Beispiel des sich wandelnden Ruhrgebiets der Frage nach, wie sich die Energieeffizienz im Quartier steigern lässt. Beleuchtet werden dabei technische, baulich-räumliche, wirtschaftliche, juristische und soziale Aspekte. Beteiligt sind weitere Einrichtungen im Revier, darunter auch die Wirtschaftsförderung metropoleruhr.

Weitere Informationen:
Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW
Future Water
Energieeffizienz im Quartier


Bildunterschrift:
Faultürme der Kläranlage Bottrop. Um nachhaltige Wasserwirtschaft geht es im weitergeförderten Kolleg Future Water

Bildnachweis: Ilias Abawi, Emschergenossenschaft

Das New Yorker Verbindungsbüro der Universitätsallianz Ruhr organisiert diesen Sommer zum zweiten Mal das Transatlantic-Fellowship-Programm für zehn Studierende der UA Ruhr in den USA. Das Fellowship besteht aus einem Zertifikatsprogramm, einem „Skills Seminar“ und einem sechswöchigen Praktikum in Unternehmen und Organisationen in New York, New Jersey und Pennsylvania.

Am 6. August ist das Transatlantic Ruhr Fellowship Programm für Studierende aus dem Ruhrgebiet in den USA gestartet: Zehn Studierende der Ruhr-Universität Bochum (RUB), der TU Dortmund und der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Möglichkeit, als Transatlantic Ruhr Fellows Einblicke in die amerikanische Unternehmenskultur zu gewinnen und praktische Arbeitserfahrung in der Metropolregion New York zu sammeln. Das Programm besteht aus drei Komponenten: einer Einführungswoche zum Thema „Global Markets“ an der Rutgers University, einem „Skills Seminar“ bei der Handelskammer sowie einem sechswöchigen Praktikum bei einem US-Unternehmen und internationalen Organisationen.

In der ersten Woche absolvieren die Fellows an der School of Management and Labor Relations der Rutgers University, The State University of New Jersey, ein Seminar zum Thema „Global Markets“. Es behandelt Themen wie Arbeitsrecht in den USA, Diversity Management, aktuelle Trends auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt, Talent Management, Entrepreneurship und Leadership. Das letzte Modul dieses Workshops findet an der University of Pennsylvania in Philadelphia statt. Alle Fellows schließen das Seminar mit einem Zertifikat ab.


In der zweiten Woche werden die Kenntnisse aus dem Zertifikatprogramm in einem „Skills Seminar“ an der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer vertieft. Zudem werden praktische Fähigkeiten und Fertigkeiten trainiert. Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie und Wirtschaft vermitteln dabei nützliche Erfahrungen aus amerikanischen Unternehmen, der Start-up-Welt sowie dem Bildungs- und Ausbildungssektor.

In den verbleibenden sechs Wochen absolvieren die Fellows dann ein Praktikum an führenden Un-ternehmen und Institutionen in New York, New Jersey und Pennsylvania. Während des Praktikums arbeiten die Fellows an Projekten und knüpfen wichtige Kontakte zu Unternehmen, kulturellen Ein-richtungen und Handelskammern. Besuche an Partneruniversitäten der UA Ruhr wie der University of Pennsylvania gehören ebenso zum Programm wie Exkursionen zu verschiedenen kulturellen Einrichtungen.

Gefördert wird das Programm von der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung sowie vom DAAD.

Weitere Informationen


Bildunterschrift:
Auftakt des Seminars an der Rutgers University (hinten von links): Marius Lüke (Praktikant, New Yorker Verbindungsbüro der UA Ruhr), Rabea Friedrich (Ruhr-Universität Bochum), Daniel Beck (TU Dortmund), Fabian Rosenfeld (Universität Duisburg-Essen), Bastian Oldach (TU Dortmund), Maximilian Engel (TU Dortmund), Peter Rosenbaum (Leiter des New Yorker Verbindungsbüros der UA Ruhr), Lisa-Marie Rombach (TU Dortmund), Laura Niggemann (Universität Duisburg-Essen), Katrin Bauer (TU Dortmund), Konstantin Ewert (Universität Duisburg-Essen), Annabell Mensing (Universität Duisburg-Essen).

Bildnachweis: Eileen Nash


Kontakt:
Peter Rosenbaum
Executive Director
UA Ruhr Liaison Office New York
871 United Nations Plaza
New York, NY 10017, USA
T: +1-212-758-3384  
F: +1-212-758-1629
rosenbaum@uaruhr.org


www.uaruhr.org