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Wie finanziere ich Gründungsideen, und welche Institutionen stehen dafür zur Verfügung? Solche und andere Fragen können Gründungswillige und Studierende am 19. Juli beim „CEO-Dialog“ an der Universität Duisburg-Essen (UDE) mit Experten klären. Das neue Gesprächsformat mit Chief Executive Officers (CEO) findet wechselweise an allen drei Ruhrgebietsuniversitäten statt.

Am 19. Juli (Beginn: 18 Uhr, Campus Duisburg, Aula Geibelstraße, SG 135) steht das Thema Gründungsfinanzierer und Finanzierungsgründer im Mittelpunkt. Prof. Dr. Volker Breithecker: „Zum einen geht es um den 30 Mio. €-Gründerfonds, den der Initiativkreis Ruhr zusammen mit der NRW-Bank aufgelegt hat, zum anderen um eine Diskussionsrunde mit weiteren Gründungsfinanzierern, in der aber auch Gründer einer Crowdfunding-Plattform bzw. eines Fintech-Unternehmens zu Wort kommen.“

Die Experten sind:

  • Prof. Dr. Bernd Rolfes, Lehrstuhl für Banken und Betriebliche Finanzwirtschaft an der UDE
  • Dr. Thomas A. Lange, Co-Moderator des Initiativkreises Ruhr und Vorstandsvorsitzender der National-Bank
  • Dr. Joachim Bonn, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Duisburg
  • Ute Gerbaulet, Gesellschafterin der Bankhaus Lampe KG.
  • UDE-Absolventen, die sich mit Finanzdienstleistungen selbständig gemacht haben.


Ziel ist, Vertreter aus Vorständen oder Geschäftsführungen mit Gründungswilligen und Studierenden ins Gespräch zu bringen. Diese wechselseitigen Impulse können neue Forschungs- und Kooperationsformate anstoßen. Der CEO-Dialog ist Bestandteil der jüngst geschlossenen Kooperationsvereinbarung der UA Ruhr und des Initiativkreises Ruhr.

Info:
Der Initiativkreis Ruhr ist ein Zusammenschluss von mehr als 70 führenden Wirtschaftsunternehmen und Institutionen. Sie beschäftigen zusammen etwa 2,25 Millionen Menschen weltweit und generieren einen globalen Umsatz von rund 630 Milliarden Euro. Ziel des Initiativkreises Ruhr ist es, die Entwicklung des Ruhrgebiets voranzutreiben und seine Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Weitere Informationen: www.i-r.de


Eine Erfolgsgeschichte feiert Geburtstag, und 600 Gäste kamen zum Gratulieren: Am 13. Juli feierte die Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) ihr zehnjähriges Bestehen in der Jahrhunderthalle Bochum. 2007 schlossen sich die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität Dortmund und die Universität Duisburg-Essen zusammen.

Die Kultur- und Wissenschaftsministerin von Nordrhein-Westfalen, Isabel Pfeiffer-Poensgen, gratulierte den drei Universitäten zu ihrer erfolgreichen Zusammenarbeit: „Die Allianz ist heute über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus Vorbild für institutionen- und städteübergreifende Kooperationen. Sie hat jede einzelne Hochschule gestärkt, und zugleich ist mit ihr einer der leistungsfähigsten Wissenschaftsstandorte in ganz Deutschland entstanden."

Der Staatsekretär im Bundesforschungsministerium, Dr. Georg Schütte, betonte in seinem Grußwort: „Die Universitätsallianz Ruhr steht dafür, dass Wettbewerb und Kooperation kein Widerspruch sein müssen. Seit zehn Jahren gelingt es, Wettbewerb und Kooperation auszutarieren und gewinnbringend einzusetzen. Hier werden drei Universitäten miteinander verzahnt und Forschungsgruppen in komplementärer Weise zusammengebracht. Aber auch die Perspektive des Bildungsraums Ruhr oder die hochschulübergreifende Bündelung der wissenschaftlichen Nachwuchsförderung beweisen, dass gelebte Kooperationen wie hier einen echten Mehrwert bringen.“

Preis für wissenschaftliche Kooperation
Die internationale Perspektive von Hochschulverbünden beleuchtete der Festredner, Prof. Dr. Nicholas B. Dirks, ehemaliger Kanzler der University of California, Berkeley. Durch die Talkrunde mit den drei Universitätsrektoren führte der bekannte TV-Moderator Prof. Dr. Michael Steinbrecher, der seit 2009 Professor am Institut für Journalistik der TU Dortmund ist. Anlässlich der Jubiläumsveranstaltung konnte auch eine Premiere gefeiert werden: Erstmals traten die Universitätschöre mit über 300 aktiven Sängerinnen und Sängern gemeinsam auf.

Ein weiteres Novum war die Überreichung des mit 20.000 Euro dotierten MERCUR-Preises für wissenschaftliche Kooperation in der UA Ruhr, gestiftet von der FUNKE MEDIENGRUPPE. Er ging an das interdisziplinäre Wissenschaftlerteam um Prof. Dr. Daniel Rauh (TU Dortmund), Prof. Dr. Jens Siveke (Universität Duisburg-Essen) sowie Prof. Dr. Stephan Hahn (Ruhr-Universität Bochum). In ihrem Vorhaben befassen sie sich mit dem ausgesprochen therapieresistenten Ras-Gen, das in jedem dritten Tumor verändert ist. Ziel ist, neue Modulatoren und Wirkstoffkombinationen zu identifizieren und zu charakterisieren, um eine bessere Vorauswahl von Therapiestrategien zu ermöglichen.

 

Eine Erfolgsstory
Vor zehn Jahren schlossen sich die drei Universitäten des Ruhrgebiets, die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität Dortmund und die Universität Duisburg-Essen, zur Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR) zusammen, um enger zu kooperieren, gleichzeitig haben sie jedoch ihre Eigenständigkeit gewahrt. Der Verbund präsentierte sich als „neue Instanz in der Wissenschaftslandschaft“ mit damals 89.000 Studierenden.

Heute ist die Bedeutung des Ruhrgebiets als Wissenschaftsregion weithin sichtbar: Im aktuellen Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft rangiert die Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) bundesweit auf Platz 5 der Wissenschaftsregionen, hinter Berlin, München, Heidelberg/Mannheim und Aachen. Mit mehr als 120.000 Studierenden und nahezu 1.300 Professorinnen und Professoren gehört die UA Ruhr heute zu den größten und leistungsstärksten Wissenschaftsstandorten Deutschlands.

Vorreiter der Universitätsverbünde
Die UA Ruhr gilt als Vorreiter der Universitätsverbünde in Deutschland, kein anderer Verbund hat eine solch ausgeprägte Tradition. Bei Unterzeichnung der ersten Kooperationsvereinbarung im Jahr 2007 hatten die Universitäten bereits drei Jahre lang ein gemeinsames Verbindungsbüro in New York betrieben. Von diesem Erfolg inspiriert beschloss man, die Zusammenarbeit „wo immer sinnvoll“ auszubauen. Zum zehnjährigen Bestehen am 12. März 2017 wurde eine neue Rahmenvereinbarung unterzeichnet, um die dynamische Entwicklung nachzuzeichnen. Während über die Jahre das M für Metropole im Namen entfiel, haben sich vielfältige Kooperationen gebildet und feste Strukturen etabliert.

So wurde 2013 ein hochrangig besetzter Forschungsrat gegründet, der gemeinsame Profilschwerpunkte in der Forschung identifiziert. Mit „Ruhr explores solvation (RESOLV)“ und „Materials Chain“ wurden zwei gemeinsame Profilschwerpunkte ins Leben gerufen, in denen die UA Ruhr internationale Spitzenforschung betreibt. Seit 2010 unterstützt das Mercator Research Center Ruhr die Zusammenarbeit der drei Universitäten, insbesondere durch Förderung bi- und trilateraler Forschungsprojekte. So zum Beispiel in der 2016 gegründeten Alliance for Research on East Asia (AREA Ruhr), in der die RUB und die UDE ihre Forschung zu Ostasien bündeln. Einen besonderen Schwerpunkt legt die UA Ruhr auf die Nachwuchsförderung. Aufbauend auf den bestehenden Programmen ScienceCareerNet Ruhr und Global Young Faculty werden die Aktivitäten ab 2017 unter dem Dach der Research Academy Ruhr gebündelt.

Zusammenarbeit in der Lehre
In der Lehre etablierten die drei Universitäten schon 2009 den Studienraum RuhrCampus3, sodass Studierende kostenlos einen Zweithörerstatus an den Partnerunis erhalten. Im Jahr 2011 ging mit dem Bachelor-/Masterstudiengang Medizinphysik der erste gemeinsame Studiengang an den Start, 2013 folgte der Masterstudiengang Biodiversität. Derzeit entwickeln die drei Unis einen weiterbildenden Masterstudiengang für Lehrer/innen, um sie für die Arbeit mit Flüchtlingskindern zu qualifizieren. Konzeptentwicklung und Start werden mit 920.000 Euro von der Stiftung Mercator unterstützt.

Auch die Internationalisierung hat sich weiterentwickelt: Im Jahr 2009 eröffnete ein gemeinsames Verbindungsbüro in Moskau, 2011 folgte eine Dependance in Brasilien. Obschon die Internationalisierung den Anstoß für die Partnerschaft gab, unterstreichen die drei Universitäten insbesondere ihre gemeinsame wirtschaftliche und soziale Verantwortung für die Region. So ist die UA Ruhr seit dem vergangenen Jahr auch Mitglied im Initiativkreis Ruhr. Dabei liegt ihr stärkster Beitrag für die regionale Wirtschaft in der Ausbildung von hochqualifizierten Fachkräften: Jährlich machen 16.000 Studierende ihren Abschluss an der UA Ruhr.

Weitere Informationen: www.uaruhr.de/ueber-uns/
Bilderstrecke der Höhepunkte: news.rub.de

Mentoring³ ist ein Karriereförderungsprogramm für den wissenschaftlichen Nachwuchs der Universitätsallianz Ruhr. Die nächste Bewerbungsrunde des Programms ist gestartet. Bewerben können sich promovierte Wissenschaftlerinnen aller Fächergruppen noch bis zum 20. Juli. Programmstart ist im Herbst 2017.

Mit mentoring³ bietet die Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) ein Qualifizierungsprogramm für den weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs, also für Postdoktorandinnen, Habilitandinnen und Doktorandinnen. Das Programm hat zum Ziel, die Potenziale und Kompetenzen der hochqualifizierten Nachwuchswissenschaftlerinnen zu stärken, eine aktive Karriereplanung zu fördern und auf Führungsaufgaben vorzubereiten. Im jeweils jährlichen Wechsel startet eine mentoring³-Gruppe für Postdoktorandinnen/Habilitandinnen und eine für Doktorandinnen. Ein Rahmenprogramm mit überfachlichen, fächergruppenspezifischen und karrierephasenorientierten Qualifizierungen bereitet die Programmteilnehmerinnen auf Führungsaufgaben in universitärer und außeruniversitärer Forschung vor, klärt förderliche Karrierestrategien und erweitert die persönlichen Schlüsselkompetenzen.


Das exklusive Programm richtet sich an Wissenschaftlerinnen, die eine Karriere in Forschung und Wissenschaft anstreben und besteht aus drei Elementen:

  • Mentoring: individuelle Mentoring-Beziehung mit einer erfahrenen Spitzenführungskraft aus Wissenschaft und Forschung mit Beratung zur Karriereplanung sowie Infos über Strukturen und Spielregeln im Wissenschaftsbetrieb
  • Seminare zu Schlüsselkompetenzen und karriererelevanten Inhalten
  • Networking: aktive Vernetzung und Austausch mit anderen Wissenschaftlerinnen der Ruhrregion

Bewerbung und Auswahlverfahren
Die Aufnahme in das mentoring³-Programm erfolgt über ein Auswahlverfahren auf Basis einer schriftlichen Bewerbung und eines persönlichen Auswahlgesprächs. Für die Teilnahme am gesamten Programm wird eine einmalige Gebühr erhoben. Der Betrag richtet sich nach dem jeweiligen Einkommen und beträgt zwischen 120 und 200 Euro.


Weitere Informationen zu Bewerbungsfristen und -unterlagen:
www.scn-ruhr.de/mentoring/anmeldungmentee.html


Info:
Mentoring³ ist ein Modul des ScienceCareerNet Ruhr (SCNR). Dieses hochschulübergreifende und international ausgerichtete Karriereförderungsprogramm für den wissenschaftlichen Nachwuchs der Universitätsallianz Ruhr wird vom Forschungsrat der UA Ruhr getragen und unterstützt Wissenschaftlerinnen mit zielgruppenspezifischen Angeboten.



Eine noch nicht bewältigte Staatsschuldenkrise in Europa, ein bevorstehender Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union, ein neuer US-Präsident Donald Trump, der die Interessen seines Landes zur obersten Maxime macht – das sind nur drei Beispiele, die zeigen: Die Welt steht vor neuen politischen Herausforderungen. Wie gehen Unternehmen mit Unsicherheiten zum Beispiel durch sich ändernde Rahmenbedingungen um? Das war die Kernfrage beim ersten gemeinsamen „CEO-Dialog“ der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) und des Initiativkreises Ruhr mit mehr als 500 Studierenden an der Ruhr-Universität Bochum.

In ihren Impulsvorträgen beleuchteten Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, und Bernd Tönjes, Vorstandsvorsitzender der RAG Aktiengesellschaft und Moderator des Initiativkreises Ruhr, das Thema „Unsicher? Zunehmende Komplexität – Wie können Unternehmen reagieren?“. Der „CEO-Dialog“ ist eine neue Veranstaltungsreihe, mit der Initiativkreis Ruhr und UA Ruhr die Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft im Ruhrgebiet weiter intensivieren. „Unser Ziel ist es, ein attraktives Format zu gestalten, in dem die Studierenden der UA Ruhr in einen direkten Erfahrungsaustausch mit Chief Executive Officers kommen“, sagte Prof. Dr. Axel Schölmerich, Rektor der Ruhr-Universität Bochum. Die Auftaktveranstaltung zeigte, dass dies hervorragend gelungen ist. Als „CEO der RUB“ begrüßte Prof. Schölmerich die Studierenden und weitere interessierte Gäste im voll besetzten Hörsaal.

Während der Wirtschaftswissenschaftler Prof. Dr. Hüther einen globalen Überblick aus der Vogelperspektive über gesellschaftliche, politische, technische und wirtschaftliche Unwägbarkeiten gab, berichtete RAG-Chef Bernd Tönjes über die konkreten Herausforderungen eines Unternehmens in permanenter Unsicherheit. Prof. Dr. Hüther: „Die Welt steht im Zeichen von protektionistischen und autoritären Strömungen. Wirtschaftliches Wirken steht angesichts der aktuellen politischen Risiken vor großen Herausforderungen, seinem Werterahmen gerecht zu werden. Nicht die Kunst des ‘Dealmaking‘, sondern nachhaltiges Wirtschaften bringt uns langfristig auf einen inklusiven Wachstumspfad.“ Der Bergbau wiederum war viele Jahrzehnte ein Garant für Energiesicherheit in Deutschland, machte Tönjes deutlich. 2007 beschloss die Politik den Ausstieg aus der Steinkohlenförderung bis zum Ende des Jahres 2018. Per Revisionsklausel hielt sie sich aber für das Jahr 2012 die Entscheidung über die Fortführung eines Sockelbergbaus offen. „Das war eine enorme Herausforderung für unsere Unternehmensplanung“, sagte Tönjes. „Ein solcher Spagat kann nur mit einer motivierten Mannschaft bewältigt werden.“ Er verwies mit Stolz auf die hohe Verlässlichkeit des Bergbaus im Auslauf und auf die große Einsatzbereitschaft der Bergleute – trotz der Verlegung vieler Mitarbeiter auf andere Zechenstandorte.

 

 

 

Spannende Diskussionen und tatkräftiger Rat
Nach den Impulsvorträgen führte Prof. Dr. Stephan Paul, Leiter des Lehrstuhls für Finanzierung und Kreditwirtschaft der RUB, durch die Diskussion. Dabei bot sich den Studierenden die Gelegenheit, den beiden Rednern sowie Kay Hoffmann, „Presse-CEO“ des Dortmunder Pumpenspezialisten WILO SE, Fragen zu stellen und in eine direkte Interaktion mit den hochkarätigen Akteuren aus der Wirtschaft zu kommen. Hoffmann verwies zum Beispiel darauf, dass viele Unternehmen die großen Herausforderungen durch die Digitalisierung unterschätzen. Im Anschluss an den „CEO-Dialog“ hatten Studierende und CEOs gemeinsam die Möglichkeit, im Audimax-Foyer den Abend bei weiteren inspirierenden Gesprächen sowie Currywurst und Bier ausklingen zu lassen.

Der nächste CEO-Dialog zum Thema „Gründungsfinanzierer und Finanzierungsgründer“ findet am Mittwoch, 19. Juli 2017, an der Universität Duisburg-Essen, am Campus Duisburg, statt. An der Podiumsdiskussion wird u.a. Dr. Thomas A. Lange, Vorsitzender des Vorstandes NATIONAL-BANK AG und Co-Moderator des Initiativkreises Ruhr, teilnehmen.

 

Info zum Initiativkreis Ruhr:
Der Initiativkreis Ruhr ist ein Zusammenschluss von mehr als 70 führenden Wirtschaftsunternehmen und Institutionen. Sie beschäftigen zusammen etwa 2,25 Millionen Menschen weltweit und generieren einen globalen Umsatz von rund 630 Milliarden Euro. Ziel des Initiativkreises Ruhr ist es, die Entwicklung des Ruhrgebiets voranzutreiben und seine Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Weitere Informationen unter www.i-r.de.



Eine Erfolgsgeschichte feiert Geburtstag: Mit einem Festakt in der Jahrhunderthalle Bochum begeht die UA Ruhr am 13. Juli ihr zehnjähriges Bestehen. Hochrangige Gäste haben sich angesagt.

Zum Auftakt sprechen der Staatsekretär im Bundesforschungsministerium, Dr. Georg Schütte, und die Kultur- und Wissenschaftsministerin des Landes NRW, Isabel Pfeiffer-Poensgen. Aus Kalifornien reist der Festredner an: Prof. Dr. Nicholas B. Dirks ist ehemaliger Kanzler der University of California, Berkeley. Der bekannte TV-Moderator Prof. Dr. Michael Steinbrecher führt durch die Talkrunde mit den drei Universitätsrektoren. Musikalisch umrahmt wird der Jubiläumsakt durch die Universitätschöre.

Eine Erfolgsstory
Vor zehn Jahren schlossen sich die drei Universitäten des Ruhrgebiets, die Ruhr-Universität Bochum, die Technische Universität Dortmund und die Universität Duisburg-Essen, zur Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR) zusammen, um enger zu kooperieren, gleichzeitig jedoch ihre Eigenständigkeit zu wahren. Der Verbund präsentierte sich als „neue Instanz in der Wissenschaftslandschaft“ mit damals 89.000 Studierenden.

Inzwischen ist die Bedeutung des Ruhrgebiets als Wissenschaftsregion weithin sichtbar: Im aktuellen Förderatlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft rangiert die Universitätsallianz Ruhr bundesweit auf Platz 5 der Wissenschaftsregionen, hinter Berlin, München, Heidelberg/Mannheim und Aachen. Mit mehr als 120.000 Studierenden und nahezu 1.300 Professorinnen und Professoren gehört die UA Ruhr heute zu den größten und leistungsstärksten Wissenschaftsstandorten Deutschlands.


 

Vorreiter der Universitätsverbünde
Die UA Ruhr gilt als Vorreiter der Universitätsverbünde in Deutschland, kein anderer Verbund hat eine solch ausgeprägte Tradition. Bei Unterzeichnung der ersten Kooperationsvereinbarung im Jahr 2007 hatten die Universitäten bereits drei Jahre lang ein gemeinsames Verbindungsbüro in New York betrieben. Von diesem Erfolg inspiriert beschloss man, die Zusammenarbeit „wo immer sinnvoll“ auszubauen. Zum zehnjährigen Bestehen am 12. März 2017 wurde eine neue Rahmenvereinbarung unterzeichnet, um die dynamische Entwicklung nachzuzeichnen. Während über die Jahre das M für Metropole im Namen entfiel, haben sich vielfältige Kooperationen gebildet und feste Strukturen etabliert.

So wurde 2013 ein hochrangig besetzter Forschungsrat gegründet, der gemeinsame Profilschwerpunkte in der Forschung identifiziert. Mit „Ruhr explores solvation (RESOLV)“ und „Materials Chain“ wurden zwei gemeinsame Profilschwerpunkte ins Leben gerufen, in denen die UA Ruhr internationale Spitzenforschung betreibt. Seit 2010 unterstützt das Mercator Research Center Ruhr die Zusammenarbeit der drei Universitäten, insbesondere durch Förderung bi- und trilateraler Forschungsprojekte. So zum Beispiel in der 2016 gegründeten Alliance for Research on East Asia (AREA Ruhr), in der die RUB und die UDE ihre Forschung zu Ostasien bündeln. Einen besonderen Schwerpunkt legt die UA Ruhr auf die Nachwuchsförderung. Aufbauend auf den bestehenden Programmen ScienceCareerNet Ruhr und Global Young Faculty werden die Aktivitäten ab 2017 unter dem Dach der Research Academy Ruhr gebündelt.

Zusammenarbeit in der Lehre
In der Lehre haben die drei Universitäten schon 2009 den Studienraum RuhrCampus3 etabliert, sodass Studierende kostenlos einen Zweithörerstatus an den Partnerunis erhalten. Im Jahr 2011 ging mit dem Bachelor-/Masterstudiengang Medizinphysik der erste gemeinsame Studiengang an den Start, 2013 folgte der Masterstudiengang Biodiversität. Auch die Internationalisierung hat sich weiterentwickelt: Im Jahr 2009 eröffnete ein gemeinsames Verbindungsbüro in Moskau, 2011 folgte eine Dependance in Brasilien.

Obschon die Internationalisierung den Anstoß für die Partnerschaft gab, unterstreichen die drei Universitäten insbesondere ihre gemeinsame wirtschaftliche und soziale Verantwortung für die Region. So ist die UA Ruhr seit dem vergangenen Jahr auch Mitglied im Initiativkreis Ruhr. Dabei liegt ihr stärkster Beitrag für die regionale Wirtschaft in der Ausbildung von hochqualifizierten Fachkräften: Jährlich machen 16.000 Studierende ihren Abschluss an den Universitäten der UA Ruhr.

Weitere Informationen: www.uaruhr.de/ueber-uns/

Ansprechpartner:
Dr. Hans Stallmann, UA Ruhr-Koordinator, Tel. 0234/32-27892, hans.stallmann@uaruhr.de

Drei Fragen an Prof. Dr. Winfried Schulze
Das 2010 gegründete Mercator Research Center, kurz MERCUR, unterstützt das Zusammenwachsen der drei UA Ruhr-Universitäten, in dem es gemeinsame Vorhaben in Forschung, Lehre und Verwaltung fördert. Sein Gründungsdirektor ist der Historiker Prof. em. Dr. Winfried Schulze, der 1998-2001 Vorsitzender des Wissenschaftsrats war.

Die UA Ruhr gehört zu den großen strategischen Universitätsverbünden Deutschlands. Welche Chancen und Risiken liegen in solchen Zusammenschlüssen?
Universitätsverbünde sind eine relativ neue Erscheinung in der bundesrepublikanischen Hochschulpolitik. Lange Jahre wurde vor allem über die Zusammenarbeit innerhalb der außeruniversitären Forschung und die Kooperation zwischen außeruniversitären Einrichtungen und Universitäten gesprochen. Schon in den ersten Runden der Exzellenzinitiative ergaben sich jedoch neue Konstellationen, weil einige Universitäten erkannten, dass wettbewerbsfähige Cluster nur im Zusammenwirken benachbarter Hochschulen zu realisieren waren.

Die Berliner Universitäten haben in der jetzt laufenden Vorbereitung der Exzellenz-Strategie daraus die Konsequenz gezogen und treten durchgehend in Verbundformen an, unsere Universitäten verfolgen eine ähnliche Strategie. Der Zusammenschluss der Universitäten des Ruhrgebiets im Jahre 2007 lag deshalb nahe, weil durch die hier in direkter Nähe zueinander liegenden Einrichtungen nicht nur Erleichterungen für Studierende, sondern auch neue Chancen in der Forschung aufgebaut werden können.

Die moderne Forschung gerade in den kostspieligen Bereichen der Natur-, Ingenieur-, und Lebenswissenschaften kann in hohem Maße von der Bündelung bestehender personeller und sachlicher Ressourcen profitieren. Sie wird damit im nationalen und internationalen Wettbewerb besser bestehen können. Es kommt hinzu, dass auch die Kooperation bei gemeinsamen Studiengängen, Graduiertenkollegs und Research Schools  zur Betreuung von Doktoranden und Postdoktoranden erhebliche Gewinne verspricht.

Ich würde die Risiken als minimal bezeichnen, wenn sich die entwickelnden Kooperationen in das Governance-System der Hochschulen einfügen, zudem bietet das NRW-Hochschulgesetz ja die Bildung gemeinsamer Einrichtungen an. Schlimm wäre es allerdings, wenn Verbünde als Grundlage für Stellenkürzungen missbraucht würden.


Was hat MERCUR bereits erreicht, und wie messen Sie den Erfolg?

Zunächst einmal muss man feststellen, dass seit der Gründung von MERCUR 2010 bis 2020 ca. 46,5 Mio. Euro zusätzlich in unsere Universitäten geflossen sein werden, das sind neben den Mitteln der Stiftung Mercator auch Landesmittel in Höhe von 2,5 Mio. Euro. Angesichts der Gesamthaushalte scheint das nicht viel zu sein, aber die Förderung durch MERCUR war immer als Unterstützung für größere Projekte angelegt, unser Geld sollte eine Hebelwirkung entfalten.

Bislang wurden damit ca. 215 Projekte in allen unseren Förderlinien gefördert, von der überschaubaren Anschubfinanzierung für junge Wissenschaftler/innen, über die Projekte, die der Vorbereitung einer Forschergruppe oder eines SFB dienen, bis hin zu den drei UA Ruhr-Professuren, die in bestimmten strategisch wichtigen Bereichen die Kooperation vorantreiben sollen, oder der Unterstützung für gemeinsame Masterstudiengänge und Graduiertenkollegs.

Bei allen Förderformaten ist es immer unsere Absicht, sehr gute Forschung dann zu unterstützen, wenn sie zur engeren Verbindung der drei Universitäten führt und damit die Leistungsfähigkeit des Wissenschaftsraums Ruhr stärkt. Mit zu dem, was erreicht wurde, zähle ich auch die Einrichtung eines gemeinsamen Forschungsrats der drei Universitäten, der sich um die Entwicklung von gemeinsamen Profilschwerpunkten und Kompetenzfeldern kümmert.

Wir wollen dabei aber nicht stehen bleiben und die Universitäten weiter in ihrer Zusammenarbeit unterstützen. So haben wir beispielsweise Anfang 2017 Programme gestartet, mit denen wir auch Kooperationen der Verwaltungen der UA Ruhr-Universitäten fördern. Im Juni starteten wir zudem das Dual Career Netzwerks Ruhr, das die Hochschulen in Berufungsverhandlungen unterstützen wird.

Wie misst man den Erfolg? Da Auswertungen der Zahl und der Güte von Publikationen noch fehlen, schauen wir sehr genau darauf, welche zusätzlichen Effekte unsere Fördermittel bewirken, also v.a. Mittel der DFG und der EU, aber auch anderer Geldgeber. Aber unabhängig von den eingeworbenen Summen, die ja nicht das eigentliche Ziel von Wissenschaft sind, freue ich mich vor allem über die wachsende Selbstverständlichkeit, mit der die Wissenschaftler/innen auf den Nachbarstandort schauen, ob dort nicht Partner/innen zu gewinnen sind, mit denen man ein Problem besser lösen kann als alleine. Das ist das eigentliche Ziel von Wissenschaft! Immerhin haben seit Bestehen von MERCUR weit über 1.000 Wissenschaftler/innen über 800 Projekte in den verschiedenen Kategorien eingereicht, das belegt das hohe Interesse an unserer Förderung.

Gleich zu Beginn machte MERCUR mit einem ganz neuen Konzept von Nachwuchsförderung auf sich aufmerksam, der Global Young Faculty. Hat sich dieser Schritt gelohnt?
Ich bin überzeugt davon, dass sich dieser Schritt wirklich gelohnt hat. Wissenschaft ist heute in hohem Maße darauf angewiesen, dass gerade junge Wissenschaftler/innen früh lernen, über ihre eigenen, meist eng begrenzten fachlichen Felder hinauszuschauen, Anregungen anderer Fächer aufzunehmen und dies als Teil einer offenen Wissenschaftskultur als ganz selbstverständlich zu verstehen. Wir wollen jetzt auch junge Vertreter der Wirtschaft in die Global Young Faculty einladen, davon können beide Seiten profitieren.

Zu dieser Grundhaltung der Offenheit trägt die GYF ganz wesentlich bei, sie soll zudem zeigen, dass der wissenschaftliche Nachwuchs hier im Ruhrgebiet besonders gute Chancen hat, die sich von anderen Zentren positiv abheben. Zudem sorgen die Reisemittel aller Mitglieder der GYF dafür, dass neue fachliche Kontakte zu internationalen Kollegen/innen und Einrichtungen aufgebaut werden können. Wie kann man junge Wissenschaftler/innen besser unterstützen als auf diese Weise?

Weitere Informationen: http://mercur-research.de

Drei Fragen an Dr. Renate Petersen
Das ScienceCareer Net Ruhr unterstützt den wissenschaftlichen Nachwuchs der Universitätsallianz Ruhr auf verschiedenen Ebenen. So stärkt zum Beispiel das bereits 2005 gestartete mentoring3-Programm die Potenziale und Kompetenzen von Akademikerinnen ab der Promotion. Dank der zweijährigen Begleitung können sie ihre Karriere aktiv planen und sind auf Führungsaufgaben vorbereitet. Dr. Renate Petersen gehört zum dreiköpfigen Koordinationsteam.

 

Wie viele Teilnehmerinnen haben das mentoring3-Programm bereits durchlaufen, und woran zeigt sich der Erfolg?
Insgesamt haben schon 531 Nachwuchswissenschaftlerinnen in den drei Fachschwerpunkten teilgenommen. Es half ihnen zu klären, mit welchen Schritten sie ihr Ziel erreichen wollen. Sie konnten danach ihre Kompetenzen und Fähigkeiten besser einschätzen und weiterentwickeln. Sie bekamen auch zusätzliche Einblicke in die Spielregeln des Wissenschaftssystems und wurden zu Networkerinnen. Ob mentoring3 allerdings ausschlaggebend dafür war, dass viele von ihnen jetzt Professorinnen sind, lässt sich leider nicht genau bestimmen. Sicher ist aber, dass sie nun ihrerseits gerne die Mentorinnenrolle in unserem Programm übernehmen.

 

Wie hängen die verschiedenen Bausteine des Science Career Net Ruhr zusammen?
Sie bauen aufeinander auf, und – ganz wesentlich – es wird der jeweilige Karrierestand berücksichtigt. Die Frühjahrsakademie für Promotionsinteressierte beginnt schon zum Beispiel schon kurz vor dem Studienabschluss. Ihr Herbst-Pendent bietet vor allem Themen für das Promotionsende. Mentoring³ richtet sich exklusiv an (Post-)Doktorandinnen. Im Karriereforum werden zweimal jährlich einen Tag lang wesentliche Fragen der Postdoc-Karrierephase beantwortet. Das CoachingPLUS-Programm richtet sich ebenfalls an diese Zielgruppe in einer kombinierten Workshop- und Einzelberatung. Es vermittelt forschungsstrategisches Know-how und bereitet auf komplexe wissenschaftliche Führungsaufgaben vor.

 

Welche Möglichkeiten ergeben sich durch die uni-übergreifende Zusammenarbeit?
Ganz einfach: Bessere Leistung mit überschaubaren Ressourcen. Durch die Kräftebündelung spreizt sich das Angebotsspektrum für den wissenschaftlichen Nachwuchs. So ist es zum Beispiel möglich, spezifische Programme sowohl für unterschiedliche Fächergruppen als auch für verschiedene Statuspassagen und Stationen der wissenschaftlichen Karriere bereitzuhalten. Außerdem ist die Auswahl an passenden Mentor/innen im Universitätsverbund deutlich größer. Unsere Erfahrung zeigt auch, dass sich schneller ein Vertrauensverhältnis bildet, wenn man nicht aus derselben Institution stammt. Oft lassen sich so auch vielfältigere Austausch- und Kooperationsoptionen aufzeigen sowie Karriereperspektiven erweitern. Die räumliche Nähe bei gleichzeitiger Distanz zum eigenen Arbeitsumfeld im Mentee-Netzwerk kann auch über das definierte Programmende hinaus zu interdisziplinärer Zusammenarbeit führen. Auch die Mentor/innen profitieren: Sie erhalten neue Impulse und Eindrücke vom anderen Hochschulstandort und können dies in ihre Arbeit einbeziehen.

 

Lesen Sie ab dem 11. Juli: Drei Fragen an Prof. Winfried Schulze, Direktor des Mercator Research Center Ruhr