News

Informieren Sie sich über aktuelle Entwicklungen in der Universitätsallianz Ruhr.

UA Ruhr News Center

19 Netzwerkpartner aus der Region unterzeichnen gemeinsame Erklärung zur Förderung von Doppelkarrierepaaren

Im Wettbewerb um exzellente Wissenschaftler/innen ist es ein unverzichtbarer Standortvorteil, wenn Hochschulen und wissenschaftliche Einrichtungen die in der Regel hochqualifizierten Partner/innen der neuberufenen Professoren/innen bei der Suche nach einer adäquaten Position unterstützen. Um die Wissenschaftsmetropole Ruhr für Spitzenkräfte attraktiver zu gestalten, haben sich 19 Einrichtungen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung aus der Region zum Dual Career Netzwerk Ruhr (DCN Ruhr) zusammengeschlossen. Mit ihrer heute unterschriebenen gemeinsamen Erklärung vernetzen sie die bestehenden Stellenangebote und erhöhen so die Vermittlungschancen für Dual Career Fälle. Das Mercator Research Center Ruhr (MERCUR) koordiniert das Netzwerk und initiiert Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern.

Karriere nur im Doppelpack
Die Verflechtung von beruflichen Laufbahnen gewinnt für Wissenschaftler/innen immer mehr an Bedeutung. Sie müssen oft nicht nur die eigene Karriere planen, sondern auch die der Partner, die selbst eine universitäre bzw. eine hochqualifizierte Karriere in der Privatwirtschaft verfolgen. Dazu spielt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine immer größere Rolle. Der Berufungserfolg der Hochschulen, insbesondere bei renommierten und umworbenen Wissenschaftlern/innen, hängt demnach sehr stark davon ab, ob der künftige Lebensmittelpunkt beiden Partnern berufliche Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten bietet.

„Dual Career Programme sind in der heutigen Zeit zunehmend wichtig, um im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe erfolgreich zu sein. Nur durch eine Überwindung des Kirchturmdenkens kann es uns gelingen, gemeinsam die Universitätsallianz Ruhr als Wissenschaftsstandort voranzubringen“, so Prof. Dr. Martina Havenith-Newen, Sprecherin und Koordinatorin des Exzellenzclusters RESOLV, die zusammen mit ihrem Mann, Prof. Dr. Albert Newen, ein erfolgreiches Dual Career Couple an der Ruhr-Universität Bochum bildet.

 

Gemeinsam stärker
Das Netzwerk umfasst die in der Universitätsallianz Ruhr zusammengeschlossenen Universitäten in Bochum, Duisburg-Essen und Dortmund sowie die FernUniversität Hagen, die Hochschule Bochum, die Hochschule für Gesundheit, die Technische Hochschule Georg Agricola, die Fachhochschule Dortmund, die Westfälische Hochschule, das Deutsche Bergbau-Museum Bochum und das Dortmunder Wissenschaftsnetzwerk windo. Zusammen mit dem Regionalverband Ruhr, der Wirtschaftsförderung- bzw. entwicklung der Städte Bochum, Dortmund und Essen, den Industrie- und Handelskammern im Ruhrgebiet, dem Initiativkreis Ruhr und dem TechnologieZentrum Dortmund bilden sie eine starke Plattform, um die Chancen einer erfolgreichen Jobsuche für Doppelkarrierepaare in der Region zu erhöhen.

„Im Wettbewerb um die besten Köpfe für die Metropole Ruhr möchten wir auch die begleitenden Partnerinnen und Partner bei der Suche nach einem passenden Job unterstützen. Die WissensMetropole Ruhr hat dazu das nötige Potenzial. Mit dem gemeinsamen Projekt Dual Career Netzwerk Ruhr setzen sich alle relevanten Akteure der Region für eine lebendige Willkommenskultur an der Ruhr ein“, bekräftigt Karola Geiß-Netthöfel, Regionaldirektorin des Regionalverbandes Ruhr.

Doppelter Mehrwert für das Ruhrgebiet

Das DCN Ruhr sorgt durch eine engere Verzahnung der Wissenschaftseinrichtungen untereinander sowie mit Wirtschaft und Verwaltung für eine wirksame Unterstützung für Doppelkarrierepaare. Spitzenkräfte lassen sich so leichter gewinnen und binden. Zudem präsentiert sich die Region modern, familien- und geschlechtergerecht.
„Mit der Gründung des DCN Ruhr wollen wir die Attraktivität des Ruhrgebiets für Dual Career Couples erhöhen. Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung arbeiten hier Hand in Hand, um die Metropole Ruhr national und international noch sichtbarer zu machen. Dies zeigt einmal mehr, dass Kooperation das Erfolgsmodell für die Zukunft des Ruhrgebiets ist.“, so Dr. Gunter Friedrich, Geschäftsführer von MERCUR, das das von der Stiftung Mercator geförderte Netzwerk koordiniert.
Weitere Informationen zu DCN Ruhr:
www.dcnruhr.de

Mercator Research Center Ruhr
Das 2010 gegründete Mercator Research Center Ruhr (MERCUR) fördert die Kooperation zwischen der Ruhr-Universität Bochum, der Technischen Universität Dortmund und der Universität Duisburg-Essen, die seit 2007 in der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) verbunden sind. Mit seinen Programmlinien unterstützt MERCUR Wissenschaftler/innen, Institute, Fakultäten und die Verwaltungen der drei Hochschulen dabei, sich universitätsübergreifend insbesondere in der Forschung, aber auch in der Lehre und im Hochschulmanagement zu vernetzen. Darüber hinaus initiiert MERCUR in der Region Projekte, mit denen es die Rahmenbedingungen für die Wissenschaft im Ruhrgebiet verbessern und deren Austausch mit Wirtschaft und Politik vorantreiben will.

Für weitere Presseanfragen wenden Sie sich bitte an:
Isabell Hilpert
Kommunikationsmanagerin
Mercator Research Center Ruhr
Tel.: +49 (0) 201 616 965 11

Immer mehr Menschen leben weltweit in Städten. Das wirft viele Fragen auf.

In einem gemeinsamen Kompetenzfeld „Metropolenforschung“ bündelt die Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) künftig ihre Forschung auf diesem Gebiet. Die Stärken des Verbundes liegen dabei zum einen in der großen disziplinären Bandbreite der beteiligten Forscherinnen und Forscher, deren komplementäre Expertise großes Potenzial für innovative Forschungsprojekte bietet, die sich den Herausforderungen metropolitaner Transformation mit integrierten Ansätzen stellen. Zum anderen punktet die Universitätsallianz mit ihrem Standort im Ruhrgebiet, einer der größten europäischen Metropolregionen, die sich als Reallabor für die Forschung anbietet. „Unser Ziel ist es, zu einem international sichtbaren Zentrum für inter- und transdisziplinäre Metropolenforschung zu werden“, sagt Prof. Dr. Jens Gurr, Sprecher des Kompetenzfelds von der Universität Duisburg-Essen.

Energieeffizienz, Wasserkreisläufe, Diversität, Logistik, demografischer Wandel, Steuerung und Teilhabe: Die Themen der Metropolenforschung sind vielfältig. An den drei UA-Ruhr-Universitäten, der Ruhr-Universität Bochum (RUB), der Universität Duisburg-Essen (UDE) und der Technischen Universität (TU) Dortmund, befassen sich mehr als 100 Professuren damit. Vielfach bestehen schon enge Kooperationen. Seit 2010 wurden über 50 Millionen Euro für Projekte der Metropolenforschung eingeworben.

Besondere Stärken liegen an der RUB in der Sozialwissenschaft und der Geografie, die sich mit Fragen des Strukturwandels im Ruhrgebiet und Transformationsprozessen in Ostasien befassen. Die TU Dortmund verfügt über die leistungsstärkste Forschungs- und Ausbildungsstätte für Raumplanerinnen und -planer in Europa. An der UDE sind Forscherinnen und Forscher aus fast allen Fakultäten am Profilschwerpunkt „Urbane Systeme“ mit Fokus auf Logistik- und Umweltforschung, aber auch mit breiter geisteswissenschaftlicher Forschung, beteiligt.

 

Neue Lösungswege für gesellschaftliche Herausforderungen
Das Kompetenzfeld soll nun die zentrale Plattform für Forschung, Lehre und Transfer zu allen Aspekten der Metropolenforschung bilden. Die Metropolenforschung der UA Ruhr versteht sich als transformative Wissenschaft: „Dabei geht es nicht nur darum, Veränderungsprozesse und ihre Folgen besser zu verstehen“, erklärt Prof. Dr. Thorsten Wiechmann, Kompetenzfeldsprecher von der TU Dortmund. „Vielmehr wollen die beteiligten Forscherinnen und Forscher gemeinsam mit verschiedenen Akteuren der Gesellschaft neuartige Lösungswege für die Herausforderungen entwickeln, denen sich Metropolen weltweit gegenüber sehen.“ Dazu gehören zum Beispiel Globalisierung, Digitalisierung, soziale Polarisierung, Migration und Integration, Klimawandel, Energiewende, Sicherheit.

Das Ruhrgebiet als Reallabor
Das Ruhrgebiet mit seiner jahrzehntelangen Erfahrung mit Veränderungsprozessen eignet sich besonders gut als Reallabor einer solchen transformativen Wissenschaft. „Es verfügt über großes Potenzial für einen Wissenstransfer in Metropolräume weltweit mit dem Ziel, Transformationsprozesse sozialverträglich, umweltgerecht, wettbewerbsorientiert und unter Wertschätzung des kulturellen Erbes zu gestalten“, so Prof. Dr. Uta Hohn, Sprecherin des Kompetenzfelds von der RUB.


Förderung
Der Auf- und Ausbau des Kompetenzfeldes Metropolenforschung wird durch das Mercator Research Center Ruhr (Mercur) unterstützt. Ein Memorandum of Understanding wurde bereits mit der Emschergenossenschaft unterzeichnet. Das Kompetenzfeld wird in den nächsten fünf Jahren die Endphase des Emscherumbaus wissenschaftlich begleiten.


Pressekontakt:

Prof. Dr. Uta Hohn
Lehrstuhl für Internationale Stadt- und Metropolenentwicklung
Geographisches Institut
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: 0234 32 28433
E-Mail: uta.hohn@rub.de

Prof. Dr. Thorsten Wiechmann
Lehrstuhl für Raumordnung und Planungstheorie
Fakultät Raumplanung
TU Dortmund
Telefon: +49 (0) 231 755 5428
Email: thorsten.wiechmann@tu-dortmund.de

Prof. Dr. Jens Martin Gurr
Lehrstuhl für Britische und Anglophone Literatur und Kultur
Institut für Anglophone Studien
Universität Duisburg-Essen
Telefon: +49 (0) 201 183 3427
E-Mail: jens.gurr@uni-due.de

Drei Fragen an Astrophysikerin Prof. Dr. Julia Tjus
Dunkle Materie, kosmische Strahlung, Planetenentstehung – es gibt viele ungeklärte Phänomene im Weltall. Mit ihnen beschäftigt sich das Team vom Ruhr Astroparticle and Plasma Physics Center, kurz RAPP-Center. Es wurde im September 2016 eröffnet, ins Leben gerufen von Forschern der Universitätsallianz Ruhr. Prof. Tjus vom Lehrstuhl für Theoretische Physik, insbesondere Plasma-Astroteilchenphysik, ist Sprecherin des Zentrums und erläutert, was die Kooperation zwischen Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen im Hinblick auf das Weltall einzigartig macht.

Frau Tjus, Sie haben das RAPP-Center gemeinsam mit Kollegen der Universitäten Dortmund und Duisburg-Essen gegründet. Warum eignen sich diese Ruhrgebietsstandorte besonders gut für die Kooperation?
Wir wollen die Eigenschaften der Materie und ihre Rolle im Kosmos besser verstehen. Einerseits dienen Erkenntnisse aus Teilchen- und Plasmaphysik als Input für die Beschreibung astrophysikalischer Phänomene. Andererseits liefert die Astrophysik durch ihre Messungen Informationen über die Eigenschaften der Materie selbst. Durch unsere Kooperation bündeln wir Expertise aus Plasma-, Teilchen- und Astrophysik. Diese Kombination ist einzigartig in Deutschland und auch weltweit kaum zu finden, sodass das RAPP-Center hier an vorderster Front forscht.

 

Was erwarten Sie, welche Forschungsfragen das RAPP-Team in den kommenden zehn Jahren beantworten können wird?
Mit über 100 Forschern wollen wir im RAPP-Zentrum die Spuren der wechselwirkenden Materie im Kosmos erklären. Ganz konkret hoffen wir, in zehn Jahren den Ursprung unserer Erde und anderer Planeten besser zu verstehen, die Plasmaeigenschaften von Galaxien konkretisieren zu können und die Rolle der kosmischen Strahlung erforscht zu haben. Außerdem wollen wir dann die Wechselwirkung elementarer Teilchen besser verstanden und auf die dunkle Materie ausgeweitet haben.

Was wünschen Sie der UA Ruhr zu ihrem zehnten Geburtstag?
Mein großer Wunsch für die UA Ruhr ist eine weiterhin gute und fruchtbare Zusammenarbeit mit der Mercator-Stiftung, insbesondere dass die Mercur-Förderung zur Intensivierung der Kooperationen zwischen den UA-Ruhr-Universitäten erhalten bleibt. Viele Forscher haben in den vergangenen Jahren stark von den unterschiedlichen Programmen profitiert. Umgekehrt ist der Mehrwert für die UA Ruhr direkt ersichtlich: Es hat sich ein gesteigertes Bewusstsein für die UA Ruhr entwickelt, und die uniübergreifende Zusammenarbeit wurde hierdurch deutlich stärker.


Auch eine bestehende Partnerschaft muss von Zeit zu Zeit bestätigt werden – und erweitert

Vier Städte in zwei Tagen – das Programm von Prof. Dr. Klaus Capelle ist randvoll gewesen: Am 13. und 14. Juni 2017 hat der Rektor der brasilianischen Universidade Federal do ABC (UFABC) alle Standorte der Universitätsallianz Ruhr besucht. Prof. Capelle, der aus Münster stammt, traf zahlreiche Wissenschaftler und informierte sich über aktuelle Forschungsprojekte.

Am 14. Juni unterzeichneten die Rektoren Prof. Dr. Axel Schölmerich (RUB) und Prof. Dr. Klaus Capelle einen neuen Kooperationsvertrag, um die Kontakte zwischen den UA Ruhr-Universitäten und der UFABC zu verdichten. Bislang verfügte nur die die RUB über einen Partnerschaftsvertrag mit der südamerikanischen Hochschule, der 2012 unterzeichnet wurde und bereits erfolgreiche Kooperationen z.B. im Bereich Maschinenbau hervorbrachte.

 

Das Kürzel „ABC“ im Universitätsnamen steht für die südlich von São Paulo gelegenen Industriestädte Santo André, São Bernardo do Campo und São Caetano do Sul. Gemeinsam bilden diese die seit den 1940er-Jahren am stärksten industrialisierte Region Brasiliens und stellen damit ein Pendant zum Ruhrgebiet dar. Mit der neuen Kooperationsvereinbarung werden die traditionell guten Kontakte der UA Ruhr nach Brasilien weiter gestärkt, die über das seit 2011  bestehende Verbindungsbüro in São Paulo für den südamerikanischen Kontinent geknüpft wurden.

Auch in der erweiterten Kooperation soll unter anderem der Austausch von Studierenden und Lehrenden gefördert werden – so sind zusätzliche gemeinsame Projekte in Forschung und Lehre geplant. Derzeit kooperiert man vor allem im Bereich der Politikwissenschaften, Philosophie, Regionalplanung und im Maschinenbau. Dies soll künftig noch vertieft und um neue Forschungsfelder erweitert werden, etwa die Nano- und Materialwissenschaften. Langfristiges Ziel ist der Aufbau einer strategischen Partnerschaft.

Die UFABC wurde 2005 gegründet und unterhält zwei Standorte in den Städten Santo André und São Bernardo mit zurzeit etwa 16.000 Studierenden. Sie hat sich bereits in der Spitzengruppe der forschungsorientierten Universitäten in Brasilien etabliert und beschreitet oft unkonventionelle Wege: Statt der traditionellen Fakultäten verfügt sie beispielsweise über interdisziplinäre Zentren, in denen Human- und Naturwissenschaften oder Sozial- und Ingenieurwissenschaften zusammenarbeiten.
 

Drei Fragen an Prof. Stephan Hußmann
Im sechsten Teil der Serie berichtet Prof. Stephan Hußmann, Direktor des Dortmunder Kompetenzzentrums für Lehrerbildung und Lehr-/Lernforschung (DoKoLL), von der gemeinsamen Workshop-Reihe „Zukunftswerkstatt Inklusion“:

Herr Prof. Hußmann, was ist Ziel der Workshop-Reihe „Zukunftswerkstatt Inklusion“ und an wen wendet sie sich?
Wir haben dieses Format in der UA Ruhr, um den rund 18.000 Lehramtsstudierenden aller drei Universitäten, aller Fächer und aller Schulformen in gemeinsamen Workshops Basiskompetenzen für ein erfolgreiches Unterrichten in inklusiven Settings zu vermitteln. Wir wollen unsere Studierenden dadurch bestmöglich auf die Herausforderungen im Schuldienst vorbereiten.

 

Welche Veranstaltungen haben Sie bereits durchgeführt?
Wir haben bereits mehrere Workshops an allen Standorten der UA Ruhr durchgeführt, in diesem Sommersemester läuft die zweite Runde. Die Veranstaltungsthemen sind vielfältig: Angefangen bei fachspezifischen Themen wie inklusivem Mathematikunterricht oder Naturwissenschaften in inklusiven Lerngruppen bis hin zu Unterricht und Unterrichtsplanung in inklusiven Klassen oder Bilingualität bietet die Workshop-Reihe ein breites Themenspektrum für die Lehramtsstudierenden. Die Resonanz auf dieses Angebot ist sehr groß.

Sind die neu entwickelten Konzepte an den drei Hochschulstandorten aufeinander abgestimmt?
Mit der „Zukunftswerkstatt Inklusion“ bieten die drei Universitäten ein Format an, welches nachhaltig die Kooperation hinsichtlich der Herausforderungen im Umgang mit Inklusion und Heterogenität stärken soll. Die Workshop-Reihe wurde 2016 gemeinsam von den Lehrerbildungszentren der drei Universitäten geplant und wird seitdem auch in einem kleinen universitätsübergreifenden Team koordiniert und abgestimmt. Dabei sind die Veranstaltungen einer Universität auch immer für Studierende der Partnerunis geöffnet.

Eine Million Euro für neue UA Ruhr-Professur auf dem Gebiet der virtuellen Fertigung

Im Rahmen einer vierten UA Ruhr‐Professur wird ein neuer Forschungsschwerpunkt „Virtual Machining“ aufgebaut, der die Digitalisierung von Produktionsprozessen (Industrie 4.0) vorantreiben soll. Ziel ist es, Fertigungsverfahren so detailliert zu simulieren, dass eine direkte Optimierung des Produktionsprozesses möglich ist. Inhaberin der Professur ist Prof. Petra Wiederkehr von der TU Dortmund. Die junge Ingenieurinformatikerin wird in der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) eine Schnittstelle bilden, um die Kernkompetenzen verschiedener Fakultäten - Maschinenbau an der Ruhr‐Universität Bochum, Informatik und Maschinenbau an der TU Dortmund und Ingenieurwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen – zusammenzubringen. Um einen Transfer der erzielten Ergebnisse in die industrielle Praxis zu ermöglichen, ist eine zentrale Anlaufstelle für Industrieunternehmen geplant. Das Mercator Research Center Ruhr (MERCUR) fördert die Professur mit einer Million Euro.

Für die heutigen Anforderungen an die Produktion hinsichtlich hoher Flexibilität, hoher Variantenvielfalt, sinkender Losgrößen und verkürzten Lieferzeiten ist die klassische rechnergestützte Fertigungskette nicht mehr ausreichend. Wer zukünftig im Wettbewerb bestehen will, muss virtuell fertigen. Dabei werden Bearbeitungsprozesse – beispielsweise zur Herstellung von Turbinenschaufeln für die Luftfahrtindustrie, von Mikrobauteilen für die Medizintechnik oder von Komponenten für den Werkzeug‐ und Formenbau – rechnergestützt analysiert und bezüglich wirtschaftlicher, qualitäts‐ und nachhaltigkeitsrelevanter Kriterien entlang der Wertschöpfungskette optimiert („Virtual Machining“). Damit sollen in der realen Fertigung Bearbeitungsfehler und Ausschuss sowie Bearbeitungszeit und Kosten reduziert werden.

Voraussetzung für eine solche Optimierung komplexer Fertigungsverfahren sind einerseits Modelle, um die physikalischen Eigenschaften der einzelnen Bauteile zu beschreiben. Gleichzeitig werden Methoden zur effizienten Analyse großer Datenmengen benötigt, um die Zusammenhänge zu visualisieren, aufzubereiten und Fertigungsprozesse zu optimieren.

Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Inform. Petra Wiederkehr über ihre neue Aufgabe als UA Ruhr-Professorin: „Die Komplexität einer übergreifenden Simulation von Fertigungsprozessen erfordert das Zusammenwirken der Bereiche Werkstoffwissenschaft, Maschinenbau und Informatik. Unser Ziel ist es, durch die interdisziplinäre Kooperation neue Methoden zu entwickeln, die eine detailliertere, aber gleichzeitig effiziente Prozesssimulation ermöglichen.“

 

Die Notwendigkeit und Potentiale von Prozesssimulationen werden auch in der Industrie immer stärker erkannt. Im Rahmen der UA Ruhr-Professur ist es deshalb geplant, jährliche Seminare im Bereich der simulationsgestützten Prozessanalyse sowie Diskussionsforen zur Identifizierung von Grundlagenforschungs- und Transferprojekten anzubieten.
„Durch die UA Ruhr-Professur wird der standortübergreifende Profilschwerpunkt Materials Chain nachhaltig gestärkt. Es entsteht ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Maschinenbau, der Werkstoffwissenschaft und der Informatik der drei Universitäten, welches die Basis für eine Vielzahl interdisziplinärer Forschungsthemen bilden kann“, sagt Dr. Hans Stallmann, Koordinator der UA Ruhr.

Die UA Ruhr-Professur ist eines von vielen Projekten, die MERCUR zur Stärkung der Wissenschaft im Ruhrgebiet fördert. „Die UA Ruhr-Professur greift mit der virtuellen Fertigung eine hochaktuelle Fragestellung auf, die in der Wissenschaft bislang nur in Einzelaspekten, aber nicht in ihrer Wechselwirkung betrachtet wird. Dies wird sicherlich auch im internationalen Vergleich die Kompetenz auf dem Gebiet der Industrie 4.0 stärken und somit zur besseren Sichtbarkeit der UA Ruhr auf diesem Fachgebiet beitragen“, so Prof. Dr. Winfried Schulze, Direktor von MERCUR.

Kurzvita Prof. Dr.-Ing. Dipl.-Inform. Petra Wiederkehr:

Petra Wiederkehr hat zunächst an der Technischen Universität Dortmund Ingenieurinformatik mit Anwendungsfach Maschinenbau studiert und war anschließend als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Spanende Fertigung (ISF) an der Fakultät Maschinenbau tätig. Seit ihrer mit Auszeichnung bestandenen Promotion zum Thema „Simulation und Analyse regenerativer Werkstückschwingungen bei der NC-Bearbeitung von Freiformflächen“ leitet sie die Abteilung „Simulation und Optimierung“ am ISF. Seit Juni 2017 ist sie an der Fakultät für Informatik der TU Dortmund als Professorin für das Fachgebiet „Virtual Machining“ tätig.

  • RuhrFellowship macht angehende Natur- und Ingenieurwissenschaftler zu Botschaftern der Region
  • Initiativkreis Ruhr und UA Ruhr ermöglichen Stipendiaten wertvolle Kontakte in Wirtschaft und Wissenschaft
  • US-Generalkonsul Michael R. Keller und Co-Moderator Dr. Thomas A. Lange begrüßen die Gäste in Essen

 

Das Ruhrgebiet ist eine Top-Adresse für angehende Natur- und Ingenieurwissenschaftler amerikanischer Eliteuniversitäten: Als RuhrFellows 2017 lernen Studierende der Universitäten Berkeley, Harvard, Pennsylvania und Princeton in diesem Sommer die Region kennen. Auf Einladung des Initiativkreises Ruhr und der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) werden 17 US-Studierende zu „Botschaftern des Ruhrgebiets“. Zum Auftakt gab es in Essen eine herzliche Begrüßung durch den höchsten Diplomaten der USA im äußersten Westen Deutschlands, Generalkonsul Michael R. Keller, und Dr. Thomas A. Lange, Co-Moderator des Initiativkreises Ruhr.

Summer-School und Praktikum: Programm hat zwei Phasen

Das im sechsten Jahr angebotene Programm besteht aus zwei Phasen: Im Juni besuchen die RuhrFellows eine Summer-School. Das akademische Programm organisiert die UA Ruhr in diesem Jahr unter der Federführung der Universität Duisburg-Essen. Im Juli absolvieren die zehn US-Stipendiatinnen und sieben Stipendiaten vierwöchige Praktika bei Unternehmen der Region. „Diese Austauschprogramme sind von unschätzbarem Wert für die teilnehmenden Studierenden und Firmen, aber man sollte auch nicht übersehen, wie außerordentlich wichtig solche Austausche insgesamt für das transatlantische Verhältnis sind“, sagt Generalkonsul Michael R. Keller.

Ein Ziel des Stipendien-Programms sind langfristige Forschungs- und Wirtschaftskooperationen zwischen dem Ruhrgebiet und den US-Eliteuniversitäten. Zu diesem Zweck werden die RuhrFellows eng in das Alumni-Programm des Verbindungsbüros der UA Ruhr in New York eingebunden. „Unsere Gäste kommen als Fremde und gehen als Freunde. Manche US-Stipendiaten kehren sogar ins Ruhrgebiet zurück, um ihre berufliche Zukunft in der Region zu suchen“, betont Co-Moderator Lange, der gleichzeitig Vorsitzender der NATIONAL-BANK AG ist.

„Wir haben ein anspruchsvolles und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt“, sagt Professor Dr. Ulrich Radtke, Rektor der Universität Duisburg-Essen. „Ich bin mir sicher, dass wir unsere Gäste vom hohen internationalen Standard unserer Universitäten und Unternehmen überzeugen können.“
Praktikumsplätze bieten in diesem Jahr die Unternehmen Brenntag, Contilia, duisport, EMSCHERGENOSSENSCHAFT und LIPPEVERBAND, Evonik, HOCHTIEF, innogy, ista, KPMG, NATIONAL-BANK, RAG und Vaillant an. Das prall gefüllte Programm sieht zudem vor, das Ruhrgebiet als attraktives Arbeits- und Lebensumfeld zu präsentieren. So wechseln sich Besuche bei Unternehmen und kulturelle Angebote ab. Natürlich stehen auch Deutschkurse auf dem Stundenplan.


Transatlantic RuhrFellowship startet
Erstmals führt das Stipendienprogramm in diesem Sommer auch in die entgegengesetzte Richtung: Beim Transatlantic RuhrFellowship können besonders begabte und interessierte Studierende aus dem Ruhrgebiet Einblicke in die amerikanische Unternehmenskultur gewinnen und praktische Arbeitserfahrungen in der Metropolregion New York sammeln.

Die Alliance for Research on East Asia (AREA) Ruhr, die zur Universitätsallianz Ruhr gehört und vom Mercator Research Center Ruhr (MERCUR) gefördert wird, lädt Interessierte dazu ein, sich für bis zu drei Stipendien im Rahmen des Doktorandenprogramms Transnational Institution Building and Transnational Identities in East Asia zu bewerben.

Das strukturierte, auf drei Jahre angelegte Programm zielt darauf ab, das Wissen über regionalen Institutions-Aufbau im ostasiatischen Raum, Identitätsfindung und die Interaktion zwischen beiden Prozessen heute und im historischen Kontext zu vertiefen. Durch länderübergreifende und vergleichende Ansätze zum Ostasienstudium weist das Programm über nationale Grenzen hinaus und nutzt das in der Kombination von Geistes- und Gesellschaftswissenschaften liegende Potenzial. Es soll Forschungsprojekten fachgebietsübergreifende Perspektiven eröffnen.

Bewerbungsschluss ist der 25. Juni 2017.

Weitere Informationen über: https://www.area-ruhr.de/research-and-teaching/call-for-applications-area-ruhr-doctoral-programme/

Drei Fragen an Student Hendrik Bökenkamp zu seinen Erfahrungen mit dem Gemeinschaftsstudiengang Medizinphysik der TU Dortmund und der Ruhr-Universität Bochum
Seit 2011 bieten die TU Dortmund und die Ruhr-Universität Bochum mit Medizinphysik den ersten standortübergreifenden Studiengang der UA Ruhr an. Der Gemeinschaftsstudiengang Medizinphysik verbindet zwei Fächer – Medizin und Physik – an den zwei Standorten Dortmund und Bochum. Die Studierenden werden zu Expertinnen und Experten für die Zukunft der medizinischen Behandlung ausgebildet, denn diese wird mittlerweile entscheidend von hochkomplexen Geräten beeinflusst. Medizinphysikerinnen und Medizinphysiker entwickeln die Gerätschaften und begleiten ihren Einsatz. Der 21-jährige Dortmunder Hendrik Bökenkamp ist angehender Medizinphysiker. Er studiert im vierten Semester und plant zudem den Master zu absolvieren.

Herr Bökenkmap, wie kam es dazu, dass Sie Medizinphysik studieren?
Ich habe das erste Mal vom Studiengang gehört, als mir mein Vater einen Zeitungsartikel über dieses Studienangebot gezeigt hat. Physikalisches Interesse war schon vorhanden: Mein Opa hat mir in meiner Kindheit sehr viel über das Universum und die dazugehörigen physikalischen Phänomene erzählt. Seitdem denke ich gerne über Vorgänge in der Natur nach. Medizinphysik ist die perfekte Mischung, um das Leben mit anderen Augen zu sehen. Physik ist die Wissenschaft, die die Natur und ihre Vorgänge erklärt. Die Medizin erklärt den menschlichen Körper. Außerdem reizt mich die große Spannweite der Jobmöglichkeiten, weil ich mich momentan beruflich noch nicht genau festlegen möchte.

 

Zwei Fächer studieren an zwei Standorten plus Klinikpraktikum – wie finden Sie das?
Es ist ein Vorteil, als Zweithörer an der RUB die Bibliothek mitbenutzen zu können. Das ist für das Lernen der medizinischen Nebenfächer hilfreich, da es an der TU Dortmund keine medizinische Fakultät gibt. Das Fächerspektrum ist durch die zwei Standorte einfach größer. Außerdem hat man die Möglichkeit, noch mehr neue Leute – aus Dortmund und aus Bochum – kennenzulernen. Das in das Studium integrierte Klinikpraktikum hat mir gut gefallen. Es war eine neue Erfahrung, da man mal „hinter den Kulissen” sehen konnte, wie die Patienten in den verschiedenen Abteilungen behandelt werden.

Wie sind die Reaktionen, wenn Sie von Ihrem Studiengang berichten?
Wenn ich jemandem erzähle, dass ich Medizinphysik studiere, kommt in der Regel die Frage: „Was macht man damit?” Da technische und physikalische Verfahren für das Gesundheitssystem immer relevanter werden, werden Physikerinnen und Physiker im Bereich der Medizin immer gefragter. Daher hat man mit einem derartigen Abschluss sehr gute und viele Berufsmöglichkeiten. Medizinphysikerinnen und Medizinphysiker arbeiten beispielsweise an Forschungszentren, Beschleunigeranlagen und in Medizintechnik-Firmen oder auch in Kliniken. Sie entwickeln medizinische Geräte und begleiten ihren Einsatz. Meistens sind meine Gesprächspartner positiv überrascht. Häufig wird auch gefragt, ob das Studium nicht extrem schwierig sei. Das Studium ist tatsächlich sehr anspruchsvoll. Aber wenn man motiviert ist und bereit ist, zu Hause viel für die Lehrveranstaltungen zu machen, dann ist das Studium zu schaffen.

Lesen Sie ab dem 13. Juni: Drei Fragen an Prof. Stephan Hußmann, Direktor des Dortmunder Kompetenzzentrums für Lehrerbildung und Lehr-/Lernforschung (DoKoLL), zur Zukunftswerkstatt Inklusion



Drei Fragen an Studierende des Masterstudiengangs Biodiversität
Die Studierenden des Masterstudiengangs Biodiversität können seit dem Wintersemester 2013/14 die Vorzüge von gleich zwei Ruhrgebiets-Unis für sich nutzen. Zwölf Professoren und Professorinnen der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und der Universität Duisburg-Essen (UDE) bieten ein Lehrangebot an, das besonders forschungsorientiert und interdisziplinär ist. Zustande kam die Kooperation über die Universitätsallianz Ruhr. Gala Dädlow und Tom Maus gehören zu den Studierenden und berichten von ihren Erfahrungen.

Herr Maus, Sie stehen kurz vor der Masterarbeit. Was unterscheidet den UA-Ruhr-Studiengang Biodiversität von einem normalen Bio-Master-Studium?
Ein klarer Vorteil ist die Strukturierung des Masters. So beginnen alle Studenten als Team mit einer gemeinsamen Einführung in die Gebiete der Biodiversität. Später hat jeder die Möglichkeit, an beiden Standorten Kurse zu belegen, was eine sehr individuelle Spezialisierung ermöglicht. In der Forschung geht es oft vor allem um die richtigen Kontakte. Durch dieses Studium bekommt man Einblick in viele interessante Arbeitsgruppen, die einem sonst vielleicht entgangen wären, obwohl sie quasi nebenan sind.

 

Frau Dädlow, Sie sind für das Masterstudium aus Stuttgart hergezogen. Gab es in Süddeutschland kein entsprechendes Angebot?
In Baden-Württemberg zumindest nicht. Nach meinem Bachelor an der Universität Hohenheim wollte ich sowohl etwas Neues kennenlernen, als auch ein breiteres Angebot haben. Dann habe ich einen Aushang des Master of Science Biodiversität der UA Ruhr gesehen. Mir hat sofort gefallen, dass der Studiengang so jung ist, und auch das Kursangebot hat mich angesprochen. Ich bin glücklich darüber, den Weg auf mich genommen zu haben und fühle mich wohl im Studium und im Ruhrpott.

Wie muss man sich Ihren Alltag vorstellen? Pendeln Sie zwischen den Unis hin und her?
Tom Maus: Ich wohne in Dortmund, daher kann ich sagen, dass die drei Universitäten der UA-Ruhr sehr gut miteinander vernetzt sind. Im ersten Semester waren wir tageweise in Bochum oder Essen, danach ist man völlig flexibel, je nachdem welche Kurse man belegen möchte.
Gala Dädlow: Natürlich ist es manchmal etwas mehr Aufwand an zwei Universitäten zu studieren und den Überblick zu behalten, aber das ist gut machbar. Ich habe eine WG in Bochum Mitte gefunden, wodurch das Pendeln kein Problem ist.

Lesen Sie ab dem 13. Juni: Drei Fragen an Prof. Stephan Hußmann, Direktor des Dortmunder Kompetenzzentrums für Lehrerbildung und Lehr-/Lernforschung (DoKoLL), zur Zukunftswerkstatt Inklusion