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Die Vorgänge im Gehirn durch Licht manipulieren? Duftstoffe, die außerhalb der Nase wirken? Biochemikerinnen und Biochemiker der Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) erforschen, wie das funktioniert.

Über 500 internationale Gäste erwarten die Organisatoren der Tagung „Molecular Basis of Life“. Die Herbsttagung der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie findet vom 24. bis zum 27. September 2017 an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) statt. Es ist der größte Biochemie-Kongress in Deutschland. Auch Nicht-Fachleute können ins Thema einsteigen: Es gibt zwei öffentliche Vorträge renommierter Forscher über das Gehirn und über Erkenntnisse der Duftforschung. Darüber hinaus findet eine öffentliche Podiumsdiskussion über therapeutische Möglichkeiten und Gefahren der neuesten Entwicklungen in der Gentechnik statt.

„Wir legen bei der Tagung besonderen Wert darauf, auch Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zu Wort kommen zu lassen“, unterstreicht der Tagungspräsident Prof. Dr. Rolf Heumann, Biochemiker an der RUB. Er hat die Tagung mit Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Duisburg-Essen, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und des Max-Planck-Instituts für Molekulare Physiologie in Dortmund organisiert. „Kooperationen dieser Art fördern die wissenschaftliche Kommunikation innerhalb der UA Ruhr und erlauben es, Ideen und Verbundprojekte zu entwickeln, die im internationalen Vergleich anerkannt sind“, so Heumann.

Was die neue Genschere bringt
Alles Leben beruht auf molekularen Prozessen: Forscherinnen und Forscher in aller Welt versuchen, diese bis ins Detail zu ergründen. Was geschieht zum Beispiel an Zellmembranen? Wie gelangen die durch Botenstoffe ausgelösten Signale in die Zellen und wieder heraus? Welche Signalketten laufen ab? Welche Störungen sind für Krankheiten verantwortlich und wie kann man eingreifen, um solche Erkrankungen zu therapieren? In 90 Vorträgen und 200 Posterbeiträgen werden diese und ähnliche Fragen thematisiert und diskutiert.


Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollen sich austauschen über neue molekularbiologische und systemisch-organismische Entwicklungen aus unterschiedlichen Forschungsbereichen. Dazu gehören die Implikationen der Optogenetik zur Steuerung von Lebensprozessen durch Licht oder die neuen Möglichkeiten und Auswirkungen der genetischen Veränderungen von Organismen im Zusammenhang mit der neuen Genschere, dem sogenannten CRISPR/Cas9-System. Einbezogen werden die Biophysik, Biotechnologie, Nanotechnologie, Pharmakologie und Molekulare Medizin.

Öffentliche Vorträge:

  • Am Sonntag, 24. September 2017, hält Prof. Dr. Gero Miesenböck aus Oxford um 15.30 Uhr einen Vortrag im Audimax der RUB über die „Erleuchtung des Gehirns“.
  • Am Montag, 25. September 2017, findet um 13.30 Uhr in Saal 3, Ebene 04 des Veranstaltungszentrums eine Ethikdiskussion mit dem Titel „Schöne neue Gen-Welt: Fluch oder Segen für die Zukunft der Menschheit“ (Moderation: Kathrin Zinkant, Süddeutsche Zeitung) statt.
  • Am Dienstag, 26. September 2017, informiert Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Hanns Hatt um 19.30 Uhr im Audimax der RUB in seinem Vortrag „Immer der Nase nach“ über neue Wirkmechanismen von Duftstoffen im menschlichen Körper.


Pressekontakt:
Prof. Dr. Rolf Heumann
Biochemie II, Arbeitsgruppe Molekulare Neurobiochemie
Fakultät für Chemie und Biochemie
Ruhr-Universität Bochum
Tel.: 0234 32 24230
E-Mail: rolf.heumann@rub.de

Tagungshomepage: http://www.molecular-basis-of-life.org/

Dunkle Materie, kosmische Strahlung, Planetenentstehung – es gibt viele ungeklärte Phänomene im Weltall. Mehr darüber können Besucher des Blue Square im Rahmen einer neuen Vortragsreihe erfahren, die das Ruhr Astroparticle and Plasma Physics Center (RAPP Center) in Kooperation mit der Hochschulkommunikation der Ruhr-Universität Bochum veranstaltet.

Was hat Big Data mit Astrophysik zu tun? Welche großen Geheimnisse stecken in kleinsten Teilchen? Was bleibt von einer Supernova übrig? In der Vortragsreihe „Neue Fenster zum Universum“ präsentieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der UA Ruhr-Universitäten astronomische Themen auf allgemein verständliche Weise – ab dem 7. September 2017 im Blue Square in der Kortumstraße 90 in Bochum, jeweils Donnerstag um 18 Uhr.

Das Team des Centers beschäftigt sich seit 2015 mit ungeklärten Phänomenen aus dem Weltall. Das Besondere: Forscher der drei großen Ruhrgebietsuniversitäten – Ruhr-Universität Bochum, Universität Duisburg-Essen und Technische Universität Dortmund – haben sich für dieses Projekt zusammengefunden. So entstand eine einzigartige Verknüpfung der drei Teilgebiete Plasma-, Teilchen- und Astrophysik.


Die Vorträge im Überblick:

  • 7. September 2017
    Alles in einem (Ruhr-)Pott: Neuer Forschungsschwerpunkt an der Schnittstelle von Plasma-, Astro- und Teilchenphysik
    Referentin: Prof. Dr. Julia Tjus, Ruhr-Universität Bochum

  • 5. Oktober 2017
    Das größte Mikroskop der Welt – Von der Erforschung der kleinsten Teilchen bis zur Suche nach neuer Physik mit dem LHC
    Referent: Prof. Dr. Kevin Kröninger, Technische Universität Dortmund

  • 2. November 2017
    Big Data – Astroteilchenphysik im großen Stil
    Referent: Prof. Dr. Wolfgang Rhode, Technische Universität Dortmund

  • 7. Dezember 2017
    Interstellarer Wasserstoff – Vom Urknall zu den Sternen
    Referent: Prof. Dr. Ralf-Jürgen Dettmar, Ruhr-Universität Bochum

  • 1. Februar 2018
    Den Geheimnissen des Universums auf der Spur mit kleinsten Teilchen
    Referent: Prof. Dr. Ulrich Wiedner, Ruhr-Universität Bochum

  • 1. März 2018
    Von Jansky bis Fermi – Das extreme Universum
    Referenten: Dr. Dominik Elsässer, Technische Universität Dortmund und Privatdozent Dr. Dominik Bomans, Ruhr-Universität Bochum

  • 3. Mai 2018
    Unsere Sonne und ihre Umgebung: Ein reichhaltiges Astroteilchen- und Plasmaphysik-Labor in unserer kosmischen Nachbarschaft
    Referent: Privatdozent Dr. Horst Fichtner, Ruhr-Universität Bochum

  • 7. Juni 2018
    Auf dem Weg zum großen Knall: Von massereichen Sternen, Supernovae und ihren Überresten
    Referentin: Privatdozentin Dr. Kerstin Weis, Ruhr-Universität Bochum

  • 5. Juli 2018
    Auch Planeten fangen klein an: Ihre Entstehung im Licht neuer Teleskope und in Laborexperimenten
    Referent: Prof. Dr. Gerhard Wurm, Universität Duisburg-Essen

Daria Churikova (18) kommt aus Sankt Petersburg in Russland. Dank dem Stipendienprogramm „Studienbrücke” studiert sie an der TU Dortmund Informatik im zweiten Semester. Das Programm ermöglicht jungen Menschen aus Ländern wie Russland und Kasachstan das Studium eines MINT-Fachs an einer der drei UA Ruhr-Universitäten, ohne vorher ein Studienkolleg besuchen zu müssen. Stattdessen bereitet das Programm die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sprachlich und fachlich bereits in ihrer Heimat auf ein Studium in Deutschland vor.

Frau Churikova, wieso haben Sie sich für ein Studium in Deutschland und insbesondere an der TU Dortmund entschieden?
Meine Mutter hat immer davon geträumt, dass ich in Deutschland studieren kann. Deutsche Universitäten sind sehr gut ausgestattet. Es gibt beispielsweise viele Labore und Rechner. Außerdem besteht oft die Möglichkeit, Praktika zu machen. Das ist für technische Fächer wie zum Beispiel Informatik und Maschinenbau sehr wichtig. Ich habe die TU Dortmund gewählt, weil sie eine bekannte Technische Universität im Ruhrgebiet ist und die Fakultät für Informatik einen sehr guten Ruf hat. Mir gefällt es sehr, dass die TU Dortmund so groß ist: Ich fühle mich immer sportlich, wenn ich von der Mensa zum Informatikgebäude laufe. Außerdem gibt es viele verschiedene Angebote; beispielsweise Beratungen und Cafés. Die Studentenwohnheime sind auch sehr schön.


Was gefällt Ihnen am Programm Studienbrücke?

Das Programm Studienbrücke bietet sehr gute Möglichkeiten, in Deutschland zu studieren. Die Programmleiterinnen und -leiter helfen mit den notwendigen Dokumenten. Für mich war es ein bisschen schwer zu verstehen, welche Dokumente ich für das Visum oder die Krankenversicherung brauche. Am besten hat mir bisher die im Programm inbegriffene MINT-Akademie gefallen. In deren Rahmen haben wir viele Experimente in Laboren gemacht und mehrere deutsche Universitäten besucht. Als Vorbereitung auf mein Studium hier habe ich am Goethe-Institut Moskau zusätzlich zum regulären Schulunterricht Deutschkurse belegt und die Prüfungen „Test Deutsch als Fremdsprache” und „Test for Academic Studies” abgelegt.

Welche Unterschiede haben Sie zwischen Ihrer Heimat Russland und Deutschland festgestellt?
Die Hochschulsysteme unterscheiden sich. In Russland können Studierende nicht wählen, welche Lehrveranstaltungen sie besuchen möchten. Außerdem dürfen sie bei Prüfungen nicht durchfallen. Wenn sie eine Prüfung nicht bestehen, können sie nicht mehr an dieser Universität studieren. Ein weiterer Unterschied ist die Größe der Universitäten. In meiner Heimatstadt Sankt Petersburg sind viele Universitäten in alten Gebäuden untergebracht. Die sind zwar sehr schön, aber deswegen sind die Universitäten kleiner. Es gibt auch einige kulturelle Unterschiede zwischen Russland und Deutschland. Deutsche sind sehr freundlich. Mir ist aufgefallen, dass Menschen in Supermärkten oder im Zug häufig lächeln.

Das New Yorker Verbindungsbüro der Universitätsallianz Ruhr organisiert diesen Sommer erstmalig das Transatlantic-Fellowship-Programm für zehn Studierende der UA Ruhr in den USA. Das Fellowship besteht aus einem Zertifikatsprogramm, einem „Skills Seminar“ und einem sechswöchigen Praktikum in Unternehmen und Organisationen in New York, New Jersey und Pennsylvania.

Mit dem Ruhr-Fellowship-Programm ermöglichen die UA Ruhr und der Initiativkreis Ruhr bereits seit 2011 hochqualifizierten US-Studierenden ein Kultur- und Praktikumsprogramm im Ruhrgebiet. Am 6. August ist das Pendant für Studierende aus dem Ruhrgebiet in den USA gestartet: Zehn Studierende der Ruhr-Universität Bochum (RUB), der TU Dortmund und der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben die Möglichkeit, als Transatlantic Ruhr Fellows Einblicke in die amerikanische Unternehmenskultur zu gewinnen und praktische Arbeitserfahrung in der Metropolregion New York zu sammeln.

Botschafter Jürgen Schulz, der Stellvertretende Ständige Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei den Vereinten Nationen, und Peter Rosenbaum, Leiter des New Yorker Verbindungsbüros der UA Ruhr, begrüßten am 14. August die Transatlantic Ruhr Fellows offiziell am Deutschen Generalkonsulat New York. Das Programm besteht aus drei Komponenten: einer Einführungswoche zum Thema „Global Markets“ an der Rutgers University, einem „Skills Seminar“ bei der Handelskammer sowie einem sechswöchigen Praktikum bei einem US-Unternehmen.


In der ersten Woche absolvierten die Fellows an der School of Management and Labor Relations der Rutgers University, The State University of New Jersey, ein Seminar zum Thema „Global Markets“. Es behandelte Themen wie Arbeitsrecht in den USA, Diversity Management, aktuelle Trends auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt, Talent Management, Entrepreneurship und Leadership. Alle Fellows schlossen das Seminar mit einem Zertifikat ab.

In der zweiten Woche wurden die Kenntnisse aus dem Zertifikatsprogramm in einem „Skills Seminar“ an der Deutsch-Amerikanischen Handelskammer vertieft. Zudem wurden praktische Fähigkeiten und Fertigkeiten trainiert. Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie und Wirtschaft vermittelten dabei nützliche Erfahrungen aus amerikanischen Unternehmen, der Start-up-Welt sowie dem Bildungs- und Ausbildungssektor.

In den verbleibenden sechs Wochen absolvieren die Fellows dann ein Praktikum in führenden Unternehmen und Institutionen in New York, New Jersey und Pennsylvania. Während des Praktikums arbeiten die Fellows an Projekten und knüpfen wichtige Kontakte zu Unternehmen, kulturellen Einrichtungen und Handelskammern. Besuche an Partneruniversitäten der UA Ruhr wie der Princeton University und der University of Pennsylvania gehören ebenso zum Programm wie Exkursionen zu verschiedenen kulturellen Einrichtungen.

Gefördert wird das Programm von der Max Kade Foundation, dem DAAD und dem Initiativkreis Ruhr.

Kontakt:
Peter Rosenbaum
Executive Director
UA Ruhr Liaison Office New York
871 United Nations Plaza
New York, NY 10017, USA
T: +1-212-758-3384
F: +1-212-758-1629
rosenbaum@uaruhr.org
www.uaruhr.org

Nur wenigen hoch angesehenen Wissenschaftlern wird diese Ehre zuteil.

Die Bochumer Chemikerin Prof. Dr. Martina Havenith-Newen, Sprecherin des UA Ruhr-Profilschwerpunktes RESOLV, freut sich über eine große Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Leistungen. Sie ist als Mitglied in die Europäische Akademie der Wissenschaften aufgenommen worden.


Die Academia Europaea mit Sitz in London versammelt international führende Wissenschaftler, darunter zahlreiche Nobelpreisträger. Sie setzt sich seit 1988 für die Förderung von Bildung, Wissenschaft und Forschung weltweit ein. Ihr gehören rund 3.500 Mitglieder an.