RESOLV

An den UA Ruhr Universitäten wird Spitzenforschung über die Grenzen der Fachdisziplinen hinweg und auf international herausragendem Niveau erbracht. Die exzellenten Leistungen finden ihren Ausdruck in gemeinsamen Profilschwerpunkten, zahlreichen Sonderforschungsbereichen und Graduiertenkollegs. Ein gemeinsamer, hochrangig besetzter Forschungsrat identifiziert zukunftsweisende Forschungsfelder der UA Ruhr.

Profilschwerpunkt Solvatationsforschung

Im gemeinsamen Profilschwerpunkt RESOLV werden chemische Reaktionen, industrielle Prozesse oder biologische Vorgänge in flüssiger Phase (in Lösung) erforscht. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der UA Ruhr betrachten Solvensmoleküle als funktionelle Einheiten, die in solvensvermittelten und -kontrollierten Reaktionen eine aktive Rolle spielen.

Csm Solvation

Der durch die Exzellenzinitiative des Bundes geförderte Forschungscluster und UA Ruhr Profilschwerpunkt RESOLV (Ruhr Explores Solvation) führt internationale und regionale Partner zusammen, um Forschung auf internationalem Spitzenniveau zu betreiben.

Eine gute Beschreibung von RESOLV finden Sie in einem Video des bekannten Wissenschaftsjournalisten und früheren Editors des Magazins Nature: Philip Ball über Solvation Science und Ruhr Explores Solvation.

 


Details zum Profilschwerpunkt RESOLV

Die meisten chemischen Reaktionen, wichtige industrielle Prozesse und nahezu alle biologischen Vorgänge finden in flüssiger Phase statt. Ein tiefgreifendes Verständnis der Solvatation wird zahlreiche Schlüsseltechnologien zum Beispiel im Bereich der grünen Chemie und der Elektrochemie grundlegend verändern. Es ist wesentlich, um industrielle Prozesse zu optimieren, Umweltbelastungen zu verringern, Energieeffizienzen zu verbessern, biologische Vorgänge zu verstehen oder Korrosionsprozesse zu vermeiden.

Zurzeit müssen immer noch aufwändige Versuchsreihen durchgeführt werden, um das richtige Lösungsmittel für einen Prozess zu finden. Das Ziel der Solvation Science ist es, ein einheitliches Modell mit Vorhersagekraft für Solvatationsprozesse zu entwickeln.

Über 50 wissenschaftliche Arbeitsgruppen – insgesamt etwa 200 Personen – haben ihre Kräfte im Exzellenzcluster RESOLV und im Profilschwerpunkt der UA Ruhr gebündelt, um ein Bottom-up-Verständnis von Solvatation zu entwickeln. Verteilt über sieben Institutionen in der Metropole Ruhr erweitern sie die Grenzen der Wissenschaft.

2015 wurde die Schwester-Organisation CALSOLV (California Explores Solvation) an der University of California Berkeley gegründet. Teams von beiden Seiten des Atlantik arbeiten seither eng zusammen. Über 80 Doktoranden sind der integrierten Graduiertenschule RESOLV Graduate School Solvation Science (GSS) beigetreten. Sie arbeiten in internationalen Teams und verbringen einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt im Ausland bei einem der mehr als 20 internationalen Partnerinstitutionen in der RESOLV International Faculty. Im Projekt TranSOLV werden Forschungsergebnisse aktiv in die Industrie übertragen.

Die wissenschaftliche Strategie von RESOLV unterscheidet sich von der traditionellen, empirischen und makroskopisch beschreibenden Herangehensweise. RESOLV arbeitet an einem vereinheitlichenden Bottom-up-Rahmen, der so universell und umfassend wie möglich sein soll. Das Ziel ist die Entwicklung einer vorhersagenden Solvation Science, basierend auf einem molekularen Verständnis der Vorgänge. Hierbei werden die Moleküle des Lösungsmittels bei Solvatationsprozessen nicht als passive Beobachter einer Reaktion betrachtet, sondern als funktionelle Komponenten und aktive oder reaktive Spezies.

RESOLV verbindet die modernsten experimentellen, spektroskopischen und synthetischen Techniken mit den neuesten Fortschritten in der Computersimulationen, um die wissenschaftlichen Herausforderungen anzugehen. Ein tiefes Verständnis der Lösungsmittelphänomene auf molekularem Level wird konkreten Einfluss auf viele Anwendungen haben, zum Beispiel auf die Korrosionsvermeidung bei Stahl, die Entwicklung von Biosensoren, die Verarbeitung von Biomasse in Ausgangsstoffe für chemische Prozesse, die Entwicklung von Mikrokapseln für die Wirkstofffreigabe bei Medikamenten, Reinigungsverfahren für Flüssigkeiten, High-Tech-Batterien oder auf die grüne asymmetrische Organokatalyse.

RESOLV ist innerhalb der Metropole Ruhr stark vernetzt: Drei Max-Planck-Institute – das Max-Planck-Institut für Kohlenforschung, das Max-Planck-Institut für Eisenforschung und das Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion–, das Fraunhofer Institut UMSICHT sowie die drei Universitäten der UA Ruhr konstituieren diesen Profilschwerpunkt. Über 200 Wissenschaftler arbeiten in RESOLV eng zusammen. Auf regelmäßigen Tagungen und in zahlreichen Veröffentlichungen diskutieren sie ihre wissenschaftlichen Ergebnisse.

Alle Partner des Profilschwerpunktes sind mit den neuesten Experimentier- und Simulationstechniken ausgerüstet. RESOLV zieht herausragende Wissenschaftler aus aller Welt an. Die Forschungstätigkeit wird kontinuiertlich intensiviert. Im Frühjahr 2016 wurde das neue Forschungsgebäude ZEMOS (Zentrum für molekulare Spektroskopie und Simulation solvensgesteuerter Prozesse) bezogen.

Weitere Informationen zum Profilschwerpunkt RESOLV: