Verbindungsbüro Lateinamerika

Das Verbindungsbüro Lateinamerika ist in Sao Paulo angesiedelt und ist von dort aus für den ganzen Kontinent zuständig.

Ihr Gateway nach Brasilien und Lateinamerika

Die Universitätsallianz Ruhr (UA Ruhr) besteht aus der Universität Duisburg-Essen (UDE), der Ruhr-Universität Bochum (RUB) und der Technischen Universität Dortmund (TU Dortmund). Ihr Ziel ist „gemeinsam besser“ (so der Leitsatz der UA Ruhr) zu sein und das Ruhrgebiet als exzellenten Standort in der nationalen und internationalen Wissenschaftslandschaft zu etablieren.

Die UA Ruhr Verbindungsbüros im Ausland sollen Austausch und Kooperation in wichtigen Weltregionen fördern. Das Lateinamerika Büro ist von São Paulo aus für den ganzen Kontinent zuständig. Weitere Verbindungsbüros sind in New York und Moskau angesiedelt. Die Grundsätze zur Internationalisierung der UA Ruhr und zur Arbeit der Verbindungsbüros wurden von den drei Rektoren 2013 in einem Mission Statement formuliert.

Nachrichten

Der „German-Brazilian Dialogue on Science, Research and Innovation“ ist die wichtigste Veranstaltung des Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses (DWIH) São Paulo, um deutsche und brasilianische Forscher sowie ihre communities miteinander zu vernetzen. Die diesjährige siebte Ausgabe widmete sich dem Thema „Arbeit und Berufsbildung in einer digitalen Welt“ und wurde von rund 120 Teilnehmen aus Wissenschaft und Förderorganisationen besucht. Die UA Ruhr war mit ihrem Verbindungsbüro im DWIH und Prof. Dr. Hartmut Hirsch-Kreinsen nachhaltig präsent. Der renommierte Industriesoziologe der TU Dortmund, der sich seit Jahrzehnten mit den Folgen von Digitalisierung und Industrie 4.0 befasst, gehörte zur wissenschaftlichen Vorbereitungskommission des Symposiums und war einer der keynote speakers am Eröffnungstag (30. Oktober). Er benutzte die Einladung des DWIH, um auch neue Arbeitskontakte zu brasilianischen Universitäten und Forschungsinstituten zu knüpfen. Weitere Informationen auf der DWIH Webseite.

Drei Nano- und Materialwissenschaftler der brasilianischen Partneruniversität UNESP (Landesuniversität von São Paulo) besuchten die UA Ruhr, um Arbeitskontakte zu knüpfen und Kooperationsmöglichkeiten zu erschließen. Ana Paula Alves Claro, Rafael Zadorosny und Paulo Noronha Lisboa Filho koordinieren die materialwissenschaftlichen Master- und Promotionsstudiengänge, Prof. Noronha ist zugleich stellv. Prorektor für Forschung an der UNESP, die 24 Campi im Bundesstaat São Paulo (Fläche etwa so groß wie die „alte“ Bundesrepublik) unterhält und jüngst für ihr Internationalisierungskonzept ausgezeichnet wurde.
Bei dem vom UA Ruhr Verbindungsbüro Lateinamerika vermittelten und organisierten Besuch stand der fachliche Austausch im Mittelpunkt. An der UDE kam es zu Gesprächen mit Prof. Markus Winterer und seiner Arbeitsgruppe zu Nanoparticle Process Technology sowie mit Mitgliedern der Lehrstühle von Prof. Axel Lorke und Prof. Marika Schleberger (Experimentalphysik). Zugleich wurden CENIDE (Centre for Nano-Integration Duisburg-Essen) und NETZ (Nano-Energie-Technik-Zentrum) besucht. An der RUB kam es im ICAMS (Interdisciplinary Centre for Advanced Material Simulation) mit Prof. Ralf Drautz und verschiedenen Gruppenleitern zu intensiven Gesprächen. Prof. Noronha zeigte sich begeistert von dem Austausch und den zukünftigen Kooperationsmöglichkeiten, aber auch von den Labors an der UA Ruhr. Er selbst wird zu der Jahreskonferenz des UA Ruhr Profilschwerpunkts Materials Chain im November wieder kommen und die Arbeitskontakte vertiefen.

Migrationskrise, bedrohte Demokratie, entfesselte Justiz – in der Analyse dieser Probleme pflegt Prof. Andreas Niederberger (UDE, Inst. für Philosophie) seit einigen Jahren Arbeitskontakte zur Bundesuniversität von ABC (UFABC) und dem sozialwissenschaftlichen Forschungsinstitut CEBRAP in São Paulo. Nachdem – unter Vermittlung des UA Ruhr Verbindungsbüros – das DWIH São Paulo Fördermittel zusagte, konnte Niederberger zusammen mit seinen Kollegen Fernando Mattos (UFABC) und Marcos Nobre (CEBRAP) einen internationalen Workshop an der UFABC organisieren. „Post-democracy and the future of critical theory“ lautet die Veranstaltung, in der die Dilemmata und Potentiale der westlichen Demokratie im Lichte der kritischen Theorie und mit besonderem Fokus auf Brasilien erörtert werden. Neben Niederberger sind von der UDE noch Dr. Christiane Unrau (Käte Hamburger Kolleg/Global Cooperation Research) sowie Eva Weiler und Johanna Gördermann (wiss. Mitarbeiterin und Doktorandin am Inst. für Philosophe) in São Paulo dabei. Das Seminar vertieft nicht nur die Kooperation mit UFABC und CEBRAP, es baut auch neuen Brücken zum „Maria Sibylla Merian Centre on Conviviality-Inequality in Latin America“, in dem FU Berlin und Universität zu Köln mit brasilianischen Partnern zusammen arbeiten.

Die Jahreskonferenz der FAUBAI (Brazilian Association for International Education), deren 30. Ausgabe in Rio de Janeiro stattfand, ist das wichtigste Event zur Hochschulinternationalisierung in Brasilien. Das diesjährige Tagungsthema war "Internationalization and research" und wurde in knapp 70 Vorträgen, Workshops und Round-Tables bearbeitet. Erneut nahm auch das Verbindungsbüro der UA Ruhr an der Tagung teil. Zusammen mit den anderen deutschen Hochschulen im DWIH São Paulo wurde ein Round-table organisiert, diesmal zum Thema: “Assisting Young Researchers in Developing an International Career: The German Graduate Schools”. Zu den Vortragenden gehörte auch Dr. Christiane Wüllner, Leiterin der Research School der RUB. Zusammen mit dem Vertreter der Graduate School der TU München stellte sie dem interessierten Publikum das von der Exzellenzinitiative geförderte Modell der “Graduate Schools” vor, das die Ausbildung von Doktoranden und jungen Postdocs entscheidend verbessert und für ausländische Interessenten attraktiver gemacht hat.

Die diesjährige Tagung - mit 750 Besuchern aus 28 Ländern - wurde auch von der brasilianischen Aktualität geprägt. „Wir sind in einer der wichtigsten öffentlichen Universitäten des Landes, die seit Jahren um ihre Existenz kämpft. Unsere ganze Unterstützung gilt der UERJ, der Landesuniversität von Rio de Janeiro“ betonte FAUBAI Präsident Prof. José Celso Junior bei der Eröffnungszeremonie. Im Hinblick auf den Anstieg der Gewalt und die Ermordung der Stadträtin Marielle Franco beschwor er: “Bildung ist eine machtvolle Alternative”. Viele Redner ermutigten die FAUBAI zur Fortsetzung ihrer Bemühungen, trotz Umbrüche und Mittelkürzungen in der brasilianischen Wissenschaftslandschaft.

Die strategische Hochschulpartnerschaft der UA Ruhr mit der Bundesuniversität von ABC (UFABC) im Großraum São Paulo trägt weitere Früchte. Mit Unterstützung des DWIH (Deutsches Wissenschafts- und Innovationshaus São Paulo) fand vom 19. bis 21. September das Seminar “Multilevel Governance zur nachhaltigen Regionalentwicklung in den Meropolräumen Ruhr – ABC Paulista” statt. Mitorganisiert wurde die Veranstaltung vom Verbindungsbüro der UA Ruhr, wissenschaftlich koordiniert von Prof. Dr. Klaus Frey, Koordinator des Postgraduiertenprogramms Public Policy an der UFABC, und seinen Partnern an der UA Ruhr, Prof. Karsten Zimmermann (TU Dortmund) und Prof. Nicolai Dose (Universität Duisburg-Essen). Das Seminar versammelte rund 40 Spezialisten aus Universitäten, politischen Stiftungen und öffentlichen Verbänden, um den Wandel und die Perspektiven der beiden Regionen zu erörtern. Dabei kam es auch zum Austausch zwischen der Wirtschaftsentwicklungsagentur des ABC-Konsortiums und der Wirschaftsförderung Metropole Ruhr, von der Jorg Kemna (Mitglied der Geschäfsführung) an der Veranstaltung teilnahm.

Künstler, Wissenschaftler und Ökonomen zusammenführen und durch interdisziplinären Austausch zu neuen Erkenntnissen und Innovationen kommen – dieser Idee hat sich die [ID]factory der TU Dortmund unter der Leitung von Prof. Ursula Bertram verschrieben. Mitte Juli wird sie Teil der Delegation des Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses (DWIH) São Paulo auf der Jahreskonferenz der brasilianischen Gesellschaft für den Fortschritt in der Wissenschaft (SBPC) sein. Die fünftägige Veranstaltung findet an der Bundesuniversität von Minas Gerais in Belo Horizonte statt. Auf dem DWIH-Stand wird die Ausstellung „Kunst und Wissenschaft“ vom [ID]-Forschungslabor ausgestellt, das zudem mit einer täglichen Pop-Up Gedanken-Werkstatt zu einem spannenden Austausch einlädt. Daneben werden die Gründungsmitglieder der [ID]factory, Prof. Bertram und Dr. Werner Preißing, mit ihrem Konferenzvortrag “The Missing Link – Why Science and Economy Need Artistic Research” darüber nachdenken, inwieweit künstlerisches Denken zu Innovationen und wissenschaftlicher Erkenntnis beiträgt. In dem Mini-Seminar „The Missing Link – Artistic Research“ schließlich werden Kunst- und Transferstrategien an den SBPC-Besuchern erprobt.

Die aus Brasilien stammende wissenschaftliche ITM-Mitarbeiterin Ana Rosa Rabelo de Lima gewann mit ihrem Projekt "Reciclágua" den zweiten Platz eines internationalen Wettbewerbs unter dem Motto „Wasser – Hoffnung für viele, Privileg für wenige. Wie kann das im semiariden Nordosten Brasiliens geändert werden?“. Der Wettbewerb wurde von der brasilianischen Studierendenvereinigung BRASA organisiert, in der 2700 Mitglieder an 65 Universitäten in Amerika, Europa und Asien unter dem Leitspruch „Zusammen für eine bessere Welt“ vernetzt sind. Es nahmen 23 Teams mit 99 Studierenden aus fünf Ländern teil, die ihre Projekte auf der BRASA-Jahreskonferenz in Philadelphia (USA) vorstellten.

Gibt es in vielen Gebieten Brasiliens Wasser im Überfluss, haben im trockenen Nordosten nur ein Viertel der Stadtbevölkerung Zugang zu einer akzeptablen Wasserversorgung, zudem leben zwei Drittel ohne sanitäre Einrichtungen. Im Jahr 2011 starben im Nordosten mehr als 2.500 Kinder unter 5 Jahren an von Wasser verursachten Krankheiten. Zusammen mit ihren Kommilitonen von der Colombia University, Iowa State University, University of Massachusetts Amherst und Universität of Birmingham beschäftigte sich Ana Rosa mit septischen Rückständen. In dem von ihr entwickelten Verfahren wird das Wasser mit Sonnenenergie verdampft, während die zurückbleibenden Schadstoffe mit Hilfe von Bakterien in speziellen Reaktoren zersetzt werden. Am Ende können Wasser, Biogas und Dünger als neue Produkte gewonnen werden. In dem Projekt arbeitete sie auch mit der Nicht-Regierungsorganisation IDF (Instituto de Desenvolvimento Familiar) zusammen, die sich der Förderung landwirtschaftlicher Familienbetriebe widmet.

Fünfjähriges Bestehens des Lateinamerika-Verbindungsbüros und Vorstelltung seines neuen wissenschaftlichen Direktors in Brasilien: Aus diesem Anlass kamen Partner, Kollegen und Freunde Anfang Oktober in Rio de Janeiro zusammen. Nach einem Grusswort des deutschen Generalkonsuls Klaus Zillikens hielt Prof. Dr. Jürgen Howaldt, Direktor des Instituts für Sozialforschung der TU Dortmund, einen Vortrag über “Industry and Society 4.0”. Den zweiten Festvortrag hielt der neue wissenschaftliche Direktor des Verbindungsbüros, Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Deike, Fak. Ingenieurwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen, über “German-Brazilian research on circular economy”. Beim anschliessenden Zusammensein waren Alumni der UA Ruhr sowie Vertreter von deutschen Institutionen (DAAD, Goethe-Institut), brasilianischen Partneruniversitäten (UFRJ, UFF, IME) und Unternehmen wie ThyssenKrupp zugegen.

Das dritte Regionaltrefffen der CsF-Stipendiaten des brasilianischen Stipendienprogramms „Ciência sem Fronteiras (CsF) – Wissenschaft ohne Grenzen“ wird am 11. Mai an der UDE (Campus Duisburg, Gerhard-Mercator-Haus) stattfinden. Eingeladen sind alle CsF-Stipendiaten aus dem Amtsbezirk des brasilianischen Generalkonsulats Frankfurt am Main, der die Bundesländer Hessen, Saarland, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Nordrhein-Westfalen umfasst. Das Thema des Treffens, zu dem ca. 40 Teilnehmer erwartet werden, werden die Praktikumsmöglichkeiten für CsF-Absolventen in Deutschland sein; es wird Karierre- und Berwerbungstipps sowie einen intensiven Erfahrungsaustausch geben. Eröffnet wird das Treffen vom neuen wissenschaftlichen Direktor des Lateinamerika-Verbindungsbüros der UA Ruhr, Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Deike.

Die Jahreskonferenz des „Forums der Auslandsämter brasilianischer Universitäten“ (FAUBAI) ist der vielleicht wichtigste und interessanteste Termin des Jahres. Ende April nahm auch das UA Ruhr Verbindungsbüro Lateinamerika wieder an dem Treffen teil, das in diesem Jahr in Fortaleza stattfand. Erneut debattierten mehr als 500 Teilnehmer aus Brasilien, Europa und Übersee verschiedene Themen und Herausforderungen in der internationalen Zusammenarbeit und betrieben zugleich intensives Networking. Der diesjährige Fokus lag auf der „sozialen Inklusion“ in der Hochschulinternationalisierung. Die in Brasilien präsenten deutschen Hochschulvertreter organisierten ein Panel, das sich mit dem Umgang der deutschen Universitäten mit den Flüchltlingen befasste, auf dem u.a. auch der Büroleiter der UA Ruhr, Dr. Stephan Hollensteiner, vortrug. (hier weitere Informationen)

Mitte März nahm das UA Ruhr Verbindungsbüro Lateinamerika an Informationsveranstaltungen der Deutschen Schulen in Peru teil. Büroleiter Dr. Stephan Hollensteiner stellte die Studienmöglichkeiten an der UA Ruhr an der Alexander-von-Humboldt Schule in Lima (der einzigen Abiturschule in Peru) und an dem Colégio Max Uhle in Arequipa (der zweitgrössten Stadt Perus) vor. Auf den Veranstaltungen, an denen Vertreter sieben deutscher Universitäten und Studienkollegs teilnahmen, wurden insgesamt ca. 400 Schüler (und auch einige Eltern) der 10. und 11. Klassen erreicht; viele von ihnen streben ein Studium in Deutschland an. Daneben wurde der Aufenthalt in Lima vom UA Ruhr-Büroleiter dazu benutzt, die Kooperationsanbahnungen mit der Universidad de Ingeniería y Tecnología (UTEC) und der Alianza Estratégica (bestehend aus den drei besten öffentlichen Universtäten Perus) gezielt voranzutreiben.

Ende November fand das zweite Regionaltreffen für Stipendiaten des brasilianischen Förderprogramms „Wissenschaft ohne Grenzen“(Ciência sem Fronteiras - CsF) statt, die sich derzeit in den Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Thüringen aufhalten. Organisiert wurde die Veranstaltung von dem brasilianischen Generalkonsulat in Frankfurt am Main und dem Brasilienzentrum der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Mehrere CsF-Stipendiaten berichteten von ihren Erfahrungen, wobei es auch um die Möglichkeiten einer Promotionsförderung in Deutschland ging. Auch einige an den Universitäten der UA Ruhr promovierende Stipendiaten nahmen an der Veranstaltung teil: Yklys Rodrigues von der Universidade de São Paulo (USP), der an der Technischen Universität Dortmund an der Fakultät Physik promoviert, berichtete gar im Plenum über seinen Aufenthalt in Deutschland.

Die DAAD-Außenstelle Rio de Janeiro und die Deutsch-Brasilianische Industrie- und Handelskammer (AHK Brasil-Alemanha) veranstalteten Mitte November in São Paulo eine „Karrieremesse“ für ehemalige Deutschland-Stipendiaten des brasilianischen Regierungstipendienprogramms „Wissenschaft ohne Grenzen“ (CsF - Ciência sem Fronteiras). Rund 150 Teilnehmer konnten sich bei verschiedenen Round Table-Diskussionen und einem Matchmaking mit Unternehmensvertretern über den Jobeinstieg informieren – und erfuhren auch, wie sehr der Deutschland-Aufenthalt ihre Berufschancen verbessert. Ana Rosa Rabelo de Lima von der Bundesuniversität des südlichen Pará (Nordbrasilien), die mit einem CsF-Stipendium 2013/14 an der UDE Chemieingenieurwesen studierte, hielt auf der Veranstalung einen Plenarvortrag über ihre Erfahrungen und Perspektiven nach dem Deutschland-Aufenthalt. Dr. Stephan Hollensteiner, Leiter des UA Ruhr Verbindungsbüros Lateinamerika, moderierte das Panel über die „Pharma- und Chemieindustrie“, in dem u.a. Vertreter der Unternehmen Bayer, Henkell und Lanxess debattierten.

Nach einigen Monaten Arbeit hat die Partnerschaft zwischen der Technischen Universität (TU) Dortmund und der AHK Brasil-Alemanha Früchte getragen: Das „1. Deutsch-Brasilianische Inklusionshandbuch“. Das Handbuch nimmt anhand der Beiträge einschlägiger Spezialisten eine Bestandsaufnahme des Themas in beiden Ländern vor und geht schwerpunktmässig auf die Bereiche Erziehung, Arbeit, Kultur, Sport und Mobilität ein. Zur Erarbeitung wirkte eine Mitarbeiterin der TU Dortmund vier Monate im AHK-Team in São Paulo mit, unter Anleitung von Prof. Chistoph de Oliveira Käppler (Fak. Rehabilitationswissenschaften). Die vorerst nur auf Deutsch erhältliche Publikation wurde Ende September im Rahmen der Veranstaltung „Auf die Plätze, fertig, los: Brasilien und Deutschland – Partner bei der Inklusion und den Paralympics“ in der Brasilianischen Botschaft in Berlin vorgestellt. Neben vielen Gästen aus Wirtschaft, Sport, Politik und Kultur war auch Verena Bentele, Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, anwesend.

Die „Research Explorer Ruhr“ Ausschreibung der RUB Graduate School (Förderung für einen match-making Aufenthalt an der RUB) war für die Südhalbkugel ein voller Erfolg. Mehr als 90% der eingereichten Bewerbungen sowie 10 der 12 Auserwählten kamen aus Lateinamerika, überwiegend aus Brasilien. Ende September/Anfang Oktober weilten damit sechs Forscher aus Brasilien, drei aus Kolumbien und eine aus Argentinien für zwei Wochen an der RUB. Dort lernten sie Professoren/innen, Institute und Forschungsmöglichkeiten kennen, um ein gemeinsames post-doc Projekt für 2016 oder 2017 zu entwickeln. Mit einigen Heimatuniversitäten der Gefördeten bestehen schon Kooperationsbeziehungen, wie zu den brasilianischen Bundensuniversitäten UFABC (Santo André) und UFJF (Juiz de Fora) oder zu der Nationaluniversität von Kolumbien in Bogotá. Begründete Hoffung also, dass sich mit „Research Explorer Ruhr“ die Kooperationen mit Lateienamerika weiter vertiefen.

Ende September besuchte eine fünfköpfige Delegation brasilianischer Partneruniversitäten die Universitätsallianz Ruhr. Organisiert vom Lateinamerika-Büro der UA Ruhr und den International Offices waren die Gäste – vertreten waren UDESC (Universidade do Estado de Santa Catarina), UFRGS (Universidade Federal do Rio Grande do Sul), UFABC (Universidade Federal do ABC), UFF (Universidade Federal Fluminense) und UnB (Universidade de Brasília) – vier Tage zu Gast. Nach einer Einführung im Ruhrmuseum/Zeche Zollverein stand an jedem Tag eine der drei UA Ruhr-Universitäten auf dem Programm. Dabei wurden einige Leuchtturm-Einrichtungen wie CENIDE (Center for Nanointegration Duisburg-Essen), LogistikCampus Dortmund oder RUB Research School besucht. Es gab aber auch viel Zeit für das Kennnenlernen der Campi sowie für Gespräche, Networking und gemeinsames „Ideen schmieden“ mit den Kollegen der International Offices und kooperationsinteressierten Fakultäten. „Die UA Ruhr näher kennenzulernen war eine unglaublich bereichernde Erfahrung, mit der wir persönliche Kontakte in institutionelle Beziehungen umwandeln konnten“, erklärte Prof. Nicolás Maillard, Direktor für Internationale Zusammenarbeit an der Bundesuniversität von Rio Grande do Sul in Porto Alegre. “Wir sind beeindruckt von Breite und Tiefe der Aktivitäten an allen drei Universitäten: Mobilität, Spitzenforschung, technologische Innovation und soziale Integration“. Auch Dr. Stephan Hollensteiner, UA Ruhr Büroleiter in Brasilien und Initiator des Delegarionsbesuchs, zog ein positives Fazit: „Es haben sich einige Projekt- und Kooperationsideen ergeben, die wir in den kommenden Monaten versuchen zu verwirklichen“.

Ende April  nahm das UA Ruhr Verbindungsbüro Lateinameika an dem Jahrestreffen des Forums der Auslandsämter brasilianischer Universitäten (FAUBAI) in Cuiabá teil. Mehr als 500 Teilnehmer aus Universitäten und Mobilitätsagenturen in Brasilien, Europa und Übersee diskutierten drei Tage lang über verschiedene Aspekte und Herausforderungen in der internationalen akademischen Zusammmenarbeit und betrieben zugleich intensives Networking. Weitere Informationen auf der FAUBAI Website.

Das UA Ruhr Verbindungsbüro Lateinamerika beteiligte sich erneut an den Hochschulmesen “Expo Estudiante”, die von BMI und den europäischen Mobilitätsagenturen organisiert wurden. Neben dem Koordinator des Lateinamerikabüros, Dr. Stephan Hollensteiner, war auch Florian Vollweiler, im Akademischen Auslandsamt der UDE für Lateinamerika zuständig, vor Ort. Beide nutzten die Reise, um die Zusammenarbeit der UA Ruhr in der Region weiter voranzubringen. In Lima wurden die katholische Universität PUC, langjähriger Partner der UDE, sowie die jüngere “Universidad Tecnológica” (UTEC) besucht, mit der die UA Ruhr ein Kooperationsabkommen plant. In Chile besuchte Dr. Hollensteiner die Universidad de Concepción, die grösste und beste Universität ausserhalb der Hauptstadt, mit der ein gemeinsames Seminar zum Strukturwandel in den Regionen Ruhr und Bio-Bio sowie ein Kooperationsabkommen geplant sind.

Wissenschaftler der UA Ruhr sind an der wissenschaftlichen Expertise für den deutsch-brasilianischen Dialog über Inklusion entscheidend beteiligt. Unter der Leitung von Prof. Dr. Christoph de Oliveira Käppler (TU Dortmund, Rehabilitationswissenschaften) hält sich seit Anfang März Rebecca Eisenberg in São Paulo auf, um eine bilaterale Bestandsaufnahme zum Thema Inklusion zu erstellen. Bei der von der deutsch-brasilianischen Aussenhandelskammer geförderten Vergleichsstudie wird auf die Bereiche Bildung, Arbeit, Kultur, Sport und Mobilität eingegangen. Es soll zudem das Thema Behindertensport/Paralympics und die Entwicklung in diesem Bereich der Zusammenarbeit behandelt werden. Die aus Essen stammende Rebecca Eisenberg beschäftigt sich seit langem mit dem Thema und hat u.a. ein Praktikum in einer Schule mit dem Förderschwerpunkt Sehen absolviert. Nach dem Brasilien-Aufenthalt wird sie ihr Studium für das Lehramt für sonderpädagogische Förderung fortsetzen.

Eine Gruppe Studierender und Doktoranden der Botanik der Ruhr-Universität Bochum (RUB) führte Ende Februar in Brasilien Feldforschungen zur Taxonomie der Pflanze Eriocaulaceen im atlantischen Regenwald durch. Geleitet wurde die einwöchige Reise von Prof. Thomas Stützl, Lehrstuhlinhaber für Evolution und Biodiverdisität an der RUB und zugleich Leiter des dortigen Botanischen Gartens. Die siebenköpfige Gruppe war je einen Tag in Mangroven und auf den Kegelfelsen in der Nähe von Rio unterwegs und verbrachte dann jeweils zwei Tag in Nationalparks im Norden des Bundesstaats sowie im südlichen Minas Gerais. Prof. Stützl pflegt seit vielen Jahren enge Arbeitskontakte nach Brasilien, v.a. zu Partnern an den Bundesuniversitäten von Rio de Janeiro (UFRJ), Uberlândia (UFU) und Minas Gerais (UFMG) sowie der Landesuniversität von São Paulo (UNESP). Sein Partner bei dieser Exkursion war Prof. Marcelo Trovó, der 2010-2012 mit einem Stipendium der Alexander-von-Humboldt-Stiftung an der RUB forschte und nun an der UFRJ tätig ist.

Elf ehemalige Deutschland-Stipendiaten des Regierungsprogramms “Ciencias sem Fronteira” (CsF – Wissenschaft ohne Grenzen) wurden Ende 2014 von der Aussenstelle Rio de Janeiro des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) zu “CsF-Botschaftern” ernannnt. Die jungen Botschafter werden in den kommenden Monaten an Informationsveranstaltungen teilnehmen, die Werbung für das Stipendien-grogramm unterstützen und zukünftige CsF-Stipendiaten in Deutschland beraten. Die Universitätsallianz Ruhr ist bei dieser neuen Initiative – entsprechend der grossen Anzahl an CsF-Stipendiaten - herausragend vertreten: Vier der neuen CsF-Botschafter haben an der UA Ruhr studiert, allein drei an der U Duisburg-Essen. Ana Rosa Lima aus Belém sowie Yuri Lemos de Oliveira Pinto und Tainá Motta aus Rio de Janeiro waren ein Jahr an der UDE, Rafaele Secchi aus Chapecó in Südbrasilien studierte ein Jahr an der Ruhr Uni Bochum. Weitere Information auch auf der website der DAAD Aussenstelle Rio.

Tätigkeiten des Büros

Das Verbindungsbüro Lateinamerika wurde im Mai 2011 eröffnet. Es soll – in enger Abstimmung mit Stabsstellen, International Offices und anderen Interessenten an der UA Ruhr – nachhaltig Austausch, Netzwerke und Kooperationen in dem auch wissenschaftlich immer wichtigeren Kontinent auf- und ausbauen. Das Büro ist in São Paulo im Deutschen Wissenschafts- und Innovationshaus (DWIH) São Paulo angesiedelt. Personell wird es von einer Doppelspitze – dem Büroleiter (Dr. Stephan Hollensteiner) und dem wissenschaftlichen Direktor an der UA Ruhr (Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Deike) – geleitet.

Von den vielfältigen Aktivitäten und Services werden hier die wichtigsten – inkl. einiger good practice-Beispiele – vorgestellt:

• Beratung und Expertise zur Kooperationsanbahnung mit Brasilien und Hispanoamerika. In vielfältiger Weise kann das Büro die UA Ruhr Angehörigen bei Anbahnung und Etablierung von Lehr- und Forschungs-Kooperationen unterstützen. Einschätzungen und Expertenwissen zu den Wissnschaftslandschaften in Brasilien und den wichtigsten spanischsprachigen Ländern helfen nicht nur bei Erstanfragen weiter. Das Büro hilft auch bei fachlichen Kontakten und Networking und gibt Tipps zur Beantragung von Fördermitteln.

• Ausbau und Anbahnung von institutionellen Partnerschaften zwischen der Universitätsallianz und  Hochschulen in der Region. Das Büro organisierte im 2012 eine Brasilienreise von UDE-Rektor Prof. Dr. Ulrich Radtke. Dabei wurden Kooperationsverträge mit den Bundesuniversitäten von Brasília und ABC sowie mit der nationalen Förderorganisation CAPES unterzeichnet. Das Büro war auch bei den Besuchen einer Delegation brasilianischer Rektoren im Juni 2012 bzw. von International Office-Leitern im September 2013 an der UA Ruhr massgeblich beteiligt. 2014 und 2016 wurden erneut der Besuch von Hochschulpartnern aus Brasilien und Hispanoamerika an der UA Ruhr organisiert.

• Ausbau der studentischen Austauschmobilität, v.a. im Rahmen des brasilianischen Regierungsstipendienprogramms „Wissenschaft ohne Grenzen“. Die UA Ruhr war bedeutender Partner in "Ciência sem Fronteiras" (CsF, deutsch: Wissenschaft ohne Grenzen). Mit der von 2011 bis 2017 durchgeführten Initiative gingen rund 7000 Stipendiaten nach Deutschland, davon 430 an die UA Ruhr – die grösste Gruppe in Deutschland. Bei einem Treffen war 2012 der brasilianische Botschafter an der RUB zu Gast; Einblicke bietet auch das Video der CsF- Stipendiatin Ana Rosa Rabelo de Lima aus Marabá, die an der UDE Ingenieurwesen studierte und als „CsF-Botschafterin“ des DAAD in Brasilien aktiv war.

• Organisationhilfe für bilaterale Studien- und Lehrprojekte der UA Ruhr. 2013 wurden u.a. eine Feldstudie der TU Dortmund während des Katholischen Weltjugendtages in Rio de Janeiro oder die Brasilienreise des Dortmunder Inklusionsorchesters „Piano Inklusiv“ mit Konzerten und Workshops in Rio de Janeiro und São Paulo unterstützt / begleitet. Für die sfs Dortmund um ihren Leiter Prof. Dr. Jürgen Howaldt organisierte das Büro im Herbst 2016 einen bilateralen Workshop zu "Social Innovation and its Research" in Rio de Janeiro.

• Anbahnung von Lehr- und Forschungskooperationen sowie Unterstützung bei der Antragstellung für Fördermittel. Das Büro war etwa beim Aufbau einer Kooperation zwischen UDE und Landesuniversität von São Paulo (UNESP) zur Lehr- und Kurrikularentwicklung in den Ingenieurwissenschaften beteiligt. Es entstand ein UNIBRAL-Projekt, das 2014 bis 2016 von DAAD/CAPES gefördert wurde; Langziel ist Etablierung eines Studiengangs mit Doppelabschluss. 2015 wurde mithilfe des Büros die DAAD-Förderung für eine neurowissenschaftliche „Summer School“ von RUB und Bundesuniversität von Rio de Janeiro (UFRJ) bewilligt. 2017 und 2018 war das Büro bei der Bewilligung von DWIH-Fördermitteln für regional- und politikwissenschaftliche Seminare mit UA Ruhr Partnern an der Bundesuniversität von ABC (UFABC) und CEBRAP beteiligt.

• Anbahnung und Unterstützung von Arbeitskontakten und Besuchen vor Ort. 2014 wurden u.a. die Brasilienreisen des Bochumer Leibnizpreisträgers Prof. Dr. Onur Güntürkün im Mai (Einladung von DFG) und der (ehemaligen) UDE-Prorektorin für Diversity Management, Prof. Dr. Ute Klammer (Einladung der Bundesuniversität von Brasilia) im August betreut. Beide waren zu Vorträgen eingeladen und nutzten ihre Aufenthalte zur Hochschulbesuchen und Kooperationsanbahnungen. Seit 2012 werden regelmäßig Wissenschaftler der UA Ruhr zu dem vom DWIH organisierten deutsch-brasilianischen "Wissenschaftsdialog" eingeladen (2012: Prof. Leisten, UDE; 2014: Prof. Prediger, TU Dortmund; 2015: Prof. Holz, RUB; 2018: Prof. Hirsch-Kreinsen, TU Dortmund).

• Rekrutierung von exzellenten Doktoranden und Nachwuchswissenschaftlern für die UA Ruhr. In den vergangenen Jahren nahm die UA Ruhr an Doktoranden-Matchmaking-Events teil, die vom DAAD in São Paulo organisiert wurden. Das Büro war 2014 bei der Messe für das von der peruanischen Regierung lancierte PRONABEC-Stipendienprogramm dabei, mit dem Stipendien zum interntionalen Master- und Promotionsstudium vergeben werden. Die Brasilianerin und ehemalige CsF-Stipendiaten Ana Rosa de Rabelo konnte als Doktorandin am Institut für Technologien der Metalle der UDE gewonnen werden.

• Marketing für die UA Ruhr und die Wissenschaftsregion Ruhr. Das Verbindungsbüro nimmt an den wichtigsten, meist von DAAD/GATE Germany organisierten Bildungs- und Hochschulmessen des Kontinents teil, um für die Studien- und Forschungsmöglichkeiten an der UA Ruhr zu werben. 2014 war das Büro u.a. bei der Europosgrados in Kolumbien und São Paulo, aber auch bei Hochschulmessen in Santiago de Chile und Lima unterwegs, 2017 in Kolumbien und Chile, 2018 wiederum in Brasilien.

• Netzwerk- und Verbindungsarbeit. Das Büro unterhält beste, in Jahren gewachsene Beziehungen zu der DAAD Außenstelle Rio de Janeiro, dem DWIH (Deutsches Wissenschafts- und Innovationshaus) São Paulo und dem Lateinamerika-Büro der DFG; es nimmt regelmäßig an deren Kontakt- und Netzwerkveranstaltungen teil. Mit Unterstützung des Büros waren UA Ruhr-Delegationen beim Brasilien-Besuch des ex-Bundespräsidenten Wulff (DWIH-Einweihung 2011) oder zur Eröffnung des Deutschland-Brasilien-Jahres 2013 durch Bundespräsident Gauck dabei. Regelmäßig können Einladungen an UA Ruhr-Angehörige zu Veranstaltungen von DAAD und DWIH vermittelt werden, zuweilen auch von anderen Organisationen wie den Goethe-Instituten oder der AHK Brasil-Alemanha.

Haben Sie Interesse an einem Kontakt nach oder einer Kooperation mit Brasilien oder Hispanoamerika? Wir freuen uns über Ihre Anfrage.

Brasilien

Das brasilianische Hochschulsystem ist in Vielem sehr unterschiedlich zu dem deutschen. Es gibt mehr als 2000 Hochschulen, allerdings entspricht maximal ein Fünftel davon einer „Universität“ oder „Hochschule“ in Deutschland. Forschung, postgraduierte Studiengänge und ein breites Fächerangebot sind in der Regel nur an öffentlichen Hochschulen vorhanden. Diese sind aufgeteilt in Bundesuniversitäten (Universidades Federais) und Landesuniversitäten Universidades Estaduais). Daneben gibt es ein sehr großes Angebot an privaten Hochschulen, die in der Regel nur grundständige und oft nur wenige Studiengänge (überwiegend in den Rechts, Geistes- und Sozialwissenschaften) anbieten. Eine Ausnahme sind die katholischen Hochschulen (PUC), die ähnlich den öffentlichen Universitäten ein breites und postgraduiertes Angebot haben.

Akkreditierung und Qualitätssicherung aller Hochschulen werden in Brasilien von den Bundesministerien für Bildung (MEC) und für Wissenschaft und Technologie (MCT) sowie den ihnen unterstellten wissenschaftlichen Förderagenturen CAPES (zuständig v.a. für Lehre, Mobiiltät und Evaluierung) und CNPq (für Forschung) betrieben. Die CAPES führt alle drei Jahre rotierend für alle Fächergruppen) eine Evaluierung (Selbstauskunft und Peer-Review) durch, die Gesamtnoten von 1 bis 5 (grundständige Studiengänge) bzw. 7 (postgraduierte Studiengänge) vergibt. Diese Evaluierung ist auch für das Weiterbestehen der Angebote (mind. 3 notwendig) und die Verteilung der staatlichen Mittel entscheidend. Weitere Einblicke in das brasilianische Szenario sind in dem Jahresbericht der DAAD-Aussenstelle Rio de Janeiro zu finden.

Die in Lehre und Forschung besten Universitäten sind überwiegend im Süden und Südosten des Landes sowie der zentral gelegenen Hauptstadt Brasilia gelegen. An diesen sind viele Studiengänge von der CAPES überdurchschnittlich bewertet, d.h. mit 4 und 5 in den grundständigen und mit 6 und 7 in den post-graduierten Studiengängen. Schwerpunkte sind die Städte São Paulo und Rio de Janeiro, Belo Horizonte, Porto Alegre und Curitiba; punktuell sind auch in den anderen Landesregionen, v.a. im Nordosten und im Mittleren Westen, einzelne gute Universitäten zu finden. Im Folgenden werden jene Unis kurz vorgestellt, mit denen die UA Ruhr Austausch und Kooperation betreibt.

• Universidade de São Paulo (USP). Die in den 1940er Jahren gegründete USP ist die beste Universität Brasiliens, sie steht auch in Hochschulrankings für Lateinamerika oft an erster Stelle steht. Es bestehen Kooperationen mit der UDE und TU Dortmund in Physik und den Ingenieur-wissenschaften sowie in der Philosophie und den Bildungswissenschaften.

• Landesuniversität von São Paulo „Julio Mesquita Filho“ (UNESP): Die UNESP hat 23 verschiedene Standorte im Bundesland São Paulo und ist damit eine der grössten Universitäten Brasiliens. Es bestehen tw. sehr intensive Kooperationen mit der RUB, Fakultät für Biologie, und den Ingenieurwissenschaften der UDE (Förderung eines gemeinsamen UNIBRAL-Projekts).

• Bundesuniversität Universidade Federal do ABC (UFABC) : Als ABC werden mehrere Industriestädte im Süden der Metropole São Paulo bezeichnet. Die UFABC wurde 2005 – als Beitrag zur regionalen Bildungsgerechtigkeit wie zum Strukturwandel im ABC – mit einem explizit innovativem Ansatz gegründet (u.a. Studiengänge nach 3+2 Modell). Nach dem ersten ingenieurwissenchaftlichen Campus in Santo André wurde 2014 ein zweiter Campus für die Geistes- und Sozialwissenschaften in São Bernardo eröffnet. Trotz ihres junges Alters gehört die UFABC in Forschung und Lehre zu den besten Brasiliens. Es besteht ein Partnervertrag mit der UA Ruhr, z.Zt. wird punktuelle Zusammenarbeit in der Materialwissenschaft (RUB) sowie Sozialwissenschaften und Diversity Managment (UDE) angestrebt.

Kooperationen mit brasilianischen Universitäten

Hispanoamerika

Das akademische Jahr entspricht in ganz Hispanoamerika dem Kalenderjahr und hat zwei Semester; die Vorlesungen beginnen zwischen Ende Februar und Anfang April und enden Anfang Dezember. In der Regel gibt es drei Studien- und Abschlussstufen. Die erste Studienstufe (Pregrado) dauert drei bis fünf Jahre und wird mit dem Bachelor (Bacharelado) abgeschlossen; ein Lehramtsstudium wird mit der „Licenciatura“ abgeschlossen. In der zweiten Studienstufe (Posgrado) kann in zwei Jahren der Master (Mestrado) erlangt werden; die anschliessende Promotion (Doutorado) erfordert nochmal drei bis vier Jahre und hat in der Regel einen strukturierten Ablauf.

Es folgen grundlegende Informationen zur Wissenschaftslandschaft in den wichtigsten hispanoamerikanischen Kooperationsländern (in alphabetischer Reihenfolge).

Argentinien

In Argentinien gibt es ungefähr 120 Hochschulen. Diese teilen sich auf in staatliche oder nationale (Universidades Públicas o Nacionales) und private Universitäten (Universidades Privadas). Die beiden größten und renommiertesten staatlichen Hochschulen sind die Universität von Buenos Aires (UBA) und Córdoba (UNC).

Im Jahr 2007 wurde das Bildungsministerium (Ministerio de Educación) in das Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Innovation (MinCyT) eingegliedert. Ein Ziel ist eine zunehmende Internationalisierung, die Qualitätssicherung von Lehre und Forschung sowie die Förderung von Mobilität. Bei Forschung und Bildung gibt es viele Gemeinsamkeiten mit Deutschland. Auch Argentinien sucht zunehmend nach internationalen Kooperationspartnern. Im Jahr 2009 betrugen die Investitionen in Forschung und Entwicklung ca. 2,7 Milliarden Dollar, dabei wurden ca. zwei Drittel von der öffentlichen Hand getragen und der Rest von der Wirtschaft.

Durch eine erfolgreiche Zusammenarbeit v.a. mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAADD) entstande im Jahr 2010 das Deutsch-Argentinische Hochschulzentrum (DAHZ, auf spanisch „Centro Universitário Argentina-Alemán“), dessen Ziel die Etablierung von binationalen Studiengängen ist. Im Jahr 2011 hat die Max-Planck-Gesellschaft auf dem Forschungscampus „Polo Científico“ in Buenos Aires ein Regionalbüro für Südamerika eröffnet.

Links:

MinCyT: www.mincyt.gob.ar

DAHZ: www.cuaa-dahz.org

Max Planck Gesellschaft Büro Buenos Aires: www.mpg.de/7260554/Partnerinstitut-Buenos-Aires

Peru

Das Hochschulsystem in Peru unterscheidet sich in einigen grundlegenden Punkten vom deutschen. Die insgesamt rund 150 Hochschulen teilen sich auf in private (Universidades Privadas) und staatliche Universitäten (Universidades Nacionales). Die grosse Mehrheit der peruanischen Studenten studiert jedoch an privaten Hochschulen, die fast doppelt so viele Matrikel wie die staatlichen Hochschulen aufweisen. Führend in der Forschung sind meist die staatlichen Universitäten, die privaten Hochschulen konzentrieren sich auf Studiengänge in Jura, Wirtschaft, Geistes- und Sozialwissenschaften. Seit einigen Jahren investiert Peru stark in Forschung und aucch internationale Kooperationsprogramme. Seit 2012 besteht das Stipendienprogramm PRONABEC (Programa Nacional de Becas y Crédito Educativo), das zum Ziel hat, soziale Ungleichheit zu bekämpfen und auch jungen, finanziell benachteiligten Menschen den Zugang zu höherer Bildung zu ermöglichen.

Seit dem bilteralen Rahmenabkommen zur wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit im Jahr 2012 stehen die Chancen für Forschungsprojekte zwischen Deutschland und Peru gut. Der Nationale Rat für Wissenschaft, Technologie und technologische Innovation (CONCYTEC) plant in Zusammenarbeit mit der deutschen Forschungsgemeinschaft fünf bilaterale Exzellenzzentren. In diesen sollen Forscher  beider Länder etwa im Bereich Umwelt oder Biodiversität tätig werden. Weitere bereits bestehende bilaterale Kooperationsprojekte gibt es in den Bereichen Energie, Rohrstoffe, nachhaltiger Umgang mit Ressourcen und Archäologie.

Links:

PRONABEC: www.pronabec.gob.pe

CONCYTEC: https://portal.concytec.gob.pe

Chile

Das Hochschulsystem in Chile ist in vielem anders als das deutsche System. Es gibt drei unterschiedliche Inistitutionen: Universitäten (Universidades), berufbildende Inistitute (Institutos profesionales), welche den deutschen Hochschulen für angewandte Wissenschaft ähneln, und technische Ausbildungszentren (Centros de formación téchnica).

Die rund 60 Universitäten unterteilen sich in private und staatliche Hochschulen. Eine herrausgehobene Gruppe stellen die 25 traditionellen Hochschulen dar, die von der chilenischen Rektorenkonferenz (CRUCH – Consejo de Rectores de las Universidades Chilenas) unter dem Vorsitz des Bildungsministeriums repräsentiert werden. Diese Hochschulen sind autonom, im Gegensatz zu den 35 jüngeren und überwiegend privaten Hochschulen. Diese neuen Hochschulen werden von den renommierten Universitäten in Bezug auf Lehrpläne und Qualitätssicherung betreut. Tendenziell haben die traditionellen Universitäten auch größere und bessere Forschungsbereiche.

Der Nationale Akkreditierungsbehörde (Comisión Nacional de Acreditación) ist für alle Universitäten im Hinblick auf Zulassung und Qualitätssicherung zuständig.

Im Bereich Forschung gibt es zwischen Chile und Deutschland eine lange Tradition. Chile hat nach Brasilien in Südamerika die meistenden bestehenden Kooperationen mit Deutschland, aber es werden auch immer wieder neue Kooperationen initiiert. Auch die Forschungsgemeinschaften sind in Chile aktiv, beispielsweise hat die Fraunhofer-Gesellschaft 2015 ein Forschungszentrum für Solarenergie in Santiago de Chile eröffnet, um den Verbrauch von fossilen Energiequellen weiter zu reduzieren.

Links:

CRUCH: www.consejoderectores.cl/web

Ministerio de Educación: www.mineduc.cl

Comisión Nacional de Acreditación: www.cnachile.cl/Paginas/Inicio.aspx

Kolumbien

Kolumbien verfügt mit fast 300 Hochschulen (Universidades) über ein gut ausgebautes Hochschulsystem, davon sind etwa 1/3 öffentlicher und 2/3 privater Natur. Außerdem gibt es Technologische Institute (Institución universitaria/ Escuela tecnólógica) und berufsbildende technische Hochschulen (Institución tecnológica), die den ehemaligen Fachhochschule (tw. mit integrierter Berufsausbildung) ähneln.

Wichtige Inistitutionen sind das Bildungsministerium (Ministerio de Educación National) und die Förderagentur COLCIENCIAS, welche die Hochschulqualität sichern und verbessern sowie akademische Mobilität förderrn soll. In dem Zusammenschluss ASCUN (Asociación Colombiana de Universidades) ist ein Großteil der kolumbianischen Hochschulen repräsentiert und auch international aktiv. Seit 2002 gibt es ein Abkommen zwischen Kolumbien und der deutschen Hochschulrektorenkoferenz, um Studienaufenthalte und die Anerkennung von Studienleistungen zu vereinfachen und die Wissenschaftsbeziehungen zwischen beiden Ländern zu intensivieren. Insgesamt zeichnet sich Kolumbien durch ein gutes Niveau in der Forschung aus, was dazu beiträgt, dass Kooperationen mit Deutschland in der Regel gut funktionieren. Beispielsweise gibt es schon vier Exzellenzzentren, die vom Auswärtigen Amt und DFG kofinanziert werden und gemeinsame Forschung betreiben.

Links:

Ministerio de Educación Nacional: www.mineducacion.gov.co/1759/w3-channel.html

COLCIENCIAS: www.colciencias.gov.co

ASCUN: www.ascun.org.co

Forschung

Die Forschungskooperation mit Partnern in Lateinamerika wird von einigen deutschen Institutionen unterstützt. Es folgt ein Überblick über die Förderinstrumente der wichtigsten Förderorganisationen (Stand 2014):

Internationales Büro (IB) – DLR Projektträger (www.dlr.de)

Das IB/DLR Projektträger Büro ist eine Art Durchführungsagentur des Bundes-ministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Dessen länderspezifische Förderprogramme beruhen auf bilateralen Vereinbarungen für wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit (WTZ-Abkommen) und werden in der Regel im Frühjahr ausgeschrieben; der Bewerbungsschluss ist meist zur Jahresmitte. Für die Kooperation mit Institutionen in folgenden lateinamerikanischen Ländern  bestehen eigene Förderinstrumente (in Klammern die bisherige Auschreibungsperiode und inhaltliche Schwerpunkte, soweit bekannt):

- Argentinien (März bis Mai, u.a. Biotechnologie)

- Brasilien (Mai bis Juli, u.a. Bioökonomien)

- Chile (Juni, u.a. Geowissenschaften,  Bergbau, Klima- und Antarktisforschung)

- Mexiko (Mai bis Juli, u.a. Investitions- und Ressourcenmanagement)

- Kolumbien (Mai/Juni, Biodiversität und –technologie, Gesundheitsforschung)

- Peru (Juli/August, u.a. Umweltforschung und –technologie)

Gute Hintergrundinfo zu den Wissenschafts- und Forschungslandschaften der Region und den dortigen BMBF-Schwerpunktländern: http://www.bmbf.de/de/5281.php

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Die DFG verfügt über einige spezifische Förderinstrumente für internationale bilaterale Kooperationen. Die wichtigsten sind Anbahnungsreisen (max. 4 Wochen), Kooperationsaufenthalte und bilaterale Workshops (Förderzeitraum: max. 1 Jahr). Bei beiden erfolgt die Antragstellung kontinuierlich, aber mindestens drei Monate vor dem gewünschten Beginn der Massnahme. Grundsätzlich können in allen DFG-Programmen auch so genannte “internationale Module” integriert (z.B. Reisen, Personenaustausch) und dafür eigene Mittel beantragt werden. Kompetente, auch informelle Auskunft zu den DFG-Fördermöglichkeiten für Brasilien und den lateinamerikanischen Ländern erteilt das DFG-Regionalbüro im DWIH São Paulo.

Alexander-von Humboldt-Stiftung (AvH)

Der Namensgeber der AvH bereiste und erforschte im 19. Jahrhundert ausgiebig Lateinamerika – der Kontinent ist ein traditioneller Kooperationsschwerpunkt der AvH. Dennoch bewegen sich die Förderzahlen aus den lateinamerikanischen Ländern mit einem Gesamtanteil von rund 10 % auf entwicklungsfähigem Niveau. Für deutsche Wissenschaftler bestehen folgende forschungsbezogene Förderinstrumente: http://www.humboldt-foundation.de/web/programme-nach-zielgruppen.html

Die AvH fördert die Kooperation mit wissenschaftlichen Partnern in Brasilien und Hispanoamerika in einer Reihe von Programmen. Die meisten sind personenbezogene Individualstipendien, mit denen (jüngere oder erfahrenere) exzellente Wissenschaftler bis 12 Monate zu ihrem Kooperationspartner an deutschen Universitäten oder Forschungsinstitutionen tätig sein können. Allgemein ist die Förderhöhe bei der AvH von Alter, Familienstand und Zielland abhängig, vgl. Stipendienrechner.

Einige Programme wie das internationale Klimaschutzstipendium oder das Georg-Forster-Stipendium / der Georg-Forster-Forschungspreis sind auf Partner aus den Entwicklungs- und Schwellenländern zugeschnitten, hier kann u.a. auch der Förderzeitraum unterteilt werden. Dank eines Abkommens mit der brasilianischen Förderorganisation CAPES werden noch bis Mitte 2017 das Humboldt-Capes-Forschungsstipendien bzw. der Forschungspreis vergeben. Die Regeln entsprechen denen des normalen AvH-Forschungstipendiums, weswegen eine Doppelbewerbung für Brasilianer verboten ist.

Alle in Deutschland aktiven Wissenschaftler (mit Promotion und institutioneller Einbindung) können als Gastgeber/in für AvH-Stipendiaten oder Preisträger fungieren; bei Bewilligung von Forschungsstipendien ist ein Kostenzuschuss von 500 Euro (in Geistes- und Sozialwissenschaften) bzw. 800 Euro (bei Natur- und Ingenieurwiss.) verbunden. Attraktiv ist auch die Förderung von Institutspartnerschaften, mit der längerfristige Kooperaration zw. Humboldtianern und deutschen Wissenschaftlern (inkl. gemeinsame Workshops/Fachtagungen und einer Verwaltungspauschaule für das deutsche  Partnerinstititut) für max. drei Jahre finanziert werden können.

Forschungsförderprogrogramme in Lateinamerika

Auch die Wissenschaftsförderorganisationen einiger lateinamerikanischer Länder besitzen einige Förderiunstrumente, die für deutsche Akademiker zugänglich sind:

BRASILIEN – CsF (Ciência sem Fronteiras – Wissenschaft ohne Grenzen)

Im Rahmen des primär zur Auslandsmobilität der brasilianischen Akademiker lancierten CsF-Programms bestehen auch Förderinstrumente zur "Anlockung" von ausländischen Postdocs. Zielgruppe sind Forschungsgruppenleiter und "renommierte Wissenschaftler", die ein spezielles (d.h. erhöhtes) Stipendium als "Gastforscher” erhalten. Die Förderung zielt auf längerfristige Zusammenarbeit und läuft regulär drei Jahre, innerhalb derer der Gastwissenschaftler mind. einmal pro Jahr einen Monat in Brasilien tätig ist. Förderfähig sind nur die für CsF relevanten Fächer aus den Ingenieur- und Naturwissenschaften inkl. Medizin/Life Sciences. Die Beantragung muss durch den brasilianischen Kooperationspartner via CAPES/CNPq erfolgen.

ARGENTINIEN – CONICET

Die staatliche Wissenschafts- und Forschungsförderagentur CONICET  bemüht sich seit einigen Jahren,  die internationale Kooperation mit den wichtigesten Partnerländern zu intensivieren. Prinzipiell sind die Kurzzeit-Forschungsstipendien auch für ausländische Promovenden und Postdocs aller Fachrichtungen (ausser Kunst) zugänglich; wg. der aktuellen politisch-wirtschaftlichen Lage ist der nächste Ausschreibungstermin aber unklar (Förderung umfasst Monatsstipendium, Krankenversicherung und Ortshilfe).

KOLUMBIEN - ICETEX 

Kolumbien hat in den vergangenen Jahren erheblich in das Bildungs- und Forschungs-system investiert und auch die internationale akademische Mobilität gefördert. Der Hauptakteur ist die staatliche Förderagentur Colciencias , die u.a. auch Projekte mit Partnern in strategischen Partnerländern (D, F, GB) fördert. Auch das  Kredit- und Finanzierungsinstitut für das Ausland ICETEX vergibt neben Stipendien an Kolumbianer auch solche an ausländische Forscher zur Durchführung von Lehr- und Forschungs-aufenthalten in Kolumbien (Aufenthaltsdauer bis 6 Monate). Es soll ein substantieller Beitrag aus einem Postgraduate-Programm mit hohem Forschungsniveau erbracht werden, der zur wissenschaftlichen Stärkung der kolumbianischen Partnereinrichtung beiträgt. Der Bewerbungssschluss ist zweimonatlich, finanziert werden entweder die internationalen Flugtickets oder die Aufenthaltskosten in Kolumbien Übernachtung und Tagegelder). Zur Bewerbung muss die Heimatinstitution eingeschrieben sein in einem sog. "Reziprozitätsprogramm", d.h. sich bereit erklären zur Einschreibung und Übernahme evtl. akademischer Kosten von möglichen ICETEX Stipendiaten aus Kolumbien, entspr. der für diese zur Verfügung gestellten Studiengänge und –Plätze.

Richard M. Stephan, Professor für Elektrotechnik
Herr Stephan studierte an der Militärhochschule für Ingenieurswesen und an der Bundesuniversität von Rio de Janeiro (UFRJ). Von 1982 bis 1985 war er mit einem DAAD-Stipendium zur Promotion an der Fakultät für Elekrotechnik der Ruhr-Universität Bochum. Nach seiner Rückkehr nach Brasilien forscht und lehrt Herr Stephan seit 1997 an der UFRJ, v.a. in den Bereichen Supraleitungen, elektronische Traktion und Kontrolle sowie magnetisch geladene Vehikel. An der UFRJ ist er einer der Initiatoren und Verantwortlichen für das Projekt der Magnetschwebebahn Maglev-Cobra, die auf dem Campus der Universitätshalbinsel „Fundão“ die verschiedenen Fakultäten verbinden soll.

Maria Júlia van Boekel Cheola Torres, Projektkoordinatorin beim DAAD Rio de Janeiro
Maria Julia studierte Internationale Beziehungen in Rio de Janeiro und absolvierte 2014/15 mit einem DAAD-Stipendium den Masterstudiengang „Development and Governance“ an der Uni Duisburg-Essen. Bei Ankunft in Deutschland konnte sie fast gar kein Deutsch und kannte Deutschland nur aus einigen Filmen und Thomas Manns Büchern. Doch trotz aller Herausforderungen entdeckte sie während des Aufenthalts in Duisburg ihre Liebe für die Sprache, das Land und die vielfältige Kultur. Maria Julia schwärmt noch immer von ihrem Studium an der UDE - und auch von dem beruflichen Nutzen. Nachdem sie 2015/16 im Büro des Bürgermeisters der Stadt Rio de Janeiro für internationale Beziehungen tätig war, ist sie seit April 2017 in der DAAD Außenstelle Rio de Janeiro für die Bereiche Hochschulmarketing und Veranstaltungen zuständig.

Nelson Baloian, Professor für Informatik an der Universität von Chile

Herr Baloian schloss 1988 ein Informatik-Studium an der Universität von Chile (UC) in Santiago ab. Nach einigen Jahren als Dozent und Forscher in Chile und in Darmstadt kam er im Jahr 1995 an die damalige Universität Duisburg, um in der Forschungsgruppe COLLIDE (Collaborative Learning in Intelligent Distributed Environments) seine Promotion zu beenden (1997). Seitdem er er in der bilateralen Kooperation aktiv. Dreimal war er an der UDE als Gastprofessor (2001, 2004, 2006), mit DAAD-Unterstützung organisierte er die Internationale Doktorandenschule SAUDEWA, die 2008 an der UC stattfand, 2009 an der UDE und 2010 an der Universität Waseda (Tokio) stattfand. Zusammen mit der UDE initiierte er das Projekt PRASEDEC, das seit 2014 – durch obligatorische Praktika und Anwendugsmodule – die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie verstärken will. Außerdem nahm er an der „Science Tour 2014: Living in a Digital World“ teil, auf der internationale Forscher deutsche Spitzenunis im Bereich künstliche Intelligenz und multimodale Informatik kennenlernten.

Ansprechpartner

Dr. Stephan Hollensteiner
Coordenador / Jefe de Oficica

Email: stephan.hollensteiner@uaruhr.de

Oficina en la UA Ruhr
c/o Universität Duisburg-Essen, ST 012
Friedrich-Ebert-Str. 23, 47119 Duisburg
Tel.: +49 (203) 379 3456

Oficina en São Paulo
c/o Centro Alemão de Inovação e Ciência São Paulo (DWIH)
Rua Verbo Divino, 1488 - Térreo
04.719-904 São Paulo - SP
Tel.: +55 (11) 5189-8319

Prof. Dr.-Ing. Rüdiger Deike
Director Científico

Email: ruediger.deike@uni-due.de

Oficina en la UA Ruhr

Universität Duisburg-Essen
Fac. de Ingeniería, Instituto de Metalurgía
Friedrich-Ebert-Str. 23, 47119 Duisburg

Ansprechpartner - International Offices

Ruhr-Universität Bochum

Jutta Schmid M.A.

Email: jutta.schmid@uv.rub.de

Universität Duisburg-Essen

Sibel Gören

Email: sibel.goeren@uni-due.de

TU Dortmund

Jane Artmann M.A.

Email: jane.artmann@tu-dortmund.de